Der luxemburgische Satellitenbetreiber SES Astra geht davon aus, dass sich das hochauflösende Programmangebot in Europa bis zum Jahr 2013 mehr als verdoppeln wird.

Auf dem Branchentreffen "DVB World 2010" in Lissabon zitierte Produktmanager Thomas Wrede am Donnerstag vorab aus Erhebungen, die die SES-Tochter in der kommenden Woche im Rahmen einer Roadshow präsentieren will. Dabei geht das Unternehmen von einer Steigerung von derzeit 280 auf 600 HD-Kanäle auf sämtlichen Plattformen aus. Auf Astra-Satelliten sind derzeit 112 hochauflösende Sender aufgeschaltet, mit weiteren 20 rechne man bis Jahresende, sagte Wrede.

Der Manager sagte, das Geschäftsmodell für HDTV funktioniere bei Pay-TV-Anbietern und öffentlich-rechtlichen Anstalten in der Regel gut. Schwierigkeiten bei der Refinanzierung gebe es bei Privatsendern. Das sei auch der Grund, warum sich RTL und ProSiebenSat.1 in Deutschland zu einer Verschlüsselung ihres Programms entschlossen hätten.

Die 720p-Ausstrahlungen von ARD und ZDF sind laut Wrede eine Ausnahmeerscheinung. 106 der 112 HD-Kanäle auf Astra werden in 1.080i verbreitet. Als wenig förderlich für die Durchsetzung von HDTV im Massenmarkt kritisierte er den nach wie vor hohen Anteil an hochgerechnetem SD-Material und von einigen Betreibern eingesetzte Bandbreiten unterhalb der 12 Mbps-Grenze. Beides werde der neuen Technik nicht gerecht, sagte Wrede.