Die hochauflösenden "HD+"-Kanäle von RTL und ProSiebenSat.1 kommen ins Kabel. Der Netzbetreiber Primacom kündigte am Donnerstag den Start eines umfassenden HD-Angebots an, das neben Das Erste HD und ZDF-HD sowie Arte und sieben Sky-Sendern auch die bislang exklusiv über Satellit verbreiteten, grundverschlüsselten HD-Varianten der Privatsender umfassen soll.

Die technische Umstellung der Primacom-Kopfstellen für den Empfang der neuen HD-Inhalte laufe auf Hochtouren, sagten die Primacom-Vorstände Michael Buhl und Michael Dorn am Donnerstag anlässlich eines symbolischen Drucks auf den roten Knopf, der 450.000 Kabelhaushalten in Leipzig künftig hochauflösende Bilder bescheren soll. Die Arbeiten sollen bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele am 12. Februar 2010 abgeschlossen sein. An diesem Tag starten die HDTV-Sender von ARD und ZDF in den täglichen 24-Stunden-Betrieb.

Laut Angaben des Unternehmens sollen RTL-HD, Vox-HD, ProSieben-HD, Sat.1-HD und Kabel1-HD "Ende Februar" das Angebot erweitern. Offen ließ das Unternehmen, ob wie für Satellitenkunden eine jährliche Gebühr anfällt. Der Satellitenbetreiber SES Astra hatte in der Vergangenheit die Definition der "HD+"-Sender als Bezahlfernsehen strikt abgelehnt und die jährlich erhobene Gebühr von 50 Euro als Abgabe für die technische Infrastruktur bezeichnet.

Festplatten-Receiver von Kaon - Twin-Tuner und HD-Empfang

Primacom kündigte an, seinen Kunden künftig auch einen HD-fähigen Festplattenreceiver des koreanischen Hersteller Kaon zum Kauf anzubieten. Der 250-GByte-Datenträger soll über ausreichend Kapazität für bis zu 150 Stunden Aufzeichnung verfügen und zudem zeitversetztes Fernsehen ermöglichen. Außerdem verfüge das Modell mit Kartenleser für das Verschlüsselungssystem Videoguard über einen Twin-Tuner, um parallel zwei unterschiedliche Sendungen aufzunehmen und live zu verfolgen.

Einzelheiten zum Empfang will der Netzbetreiber seinen Kunden in den nächsten Tagen per Post mitteilen. Schon jetzt wird auf mögliche Ausfälle während der Umrüstung hingewiesen. Internet und Kabel-Telefonie seien davon allerdings nicht betroffen.

Primacom erreicht mit seinen Netzen nach eigenen Angaben rund eine Million Haushalte in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sowie einigen westdeutschen Schwerpunktregionen.