Leipzig/München - Anfang 2010 will Pro Sieben Sat 1 mit seinen Sendern auf der HD-Plus-Plattform in HDTV aufschalten. DF sprach mit Susanne Lang, stellvertretende Leitung Unit Unternehmenskommunikation, der Pro Sieben Sat 1 Media AG über die Unterschiede zwischen HD- und SD-Inhalten.

DIGITAL FERNSEHEN: Frau Lang, die großen Hollywood-Studios wollen den Signal- und Kopierschutz bei HD-Ausstrahlungen sicherstellen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Geschäftsmodelle der Sender?

Susanne Lang: Nicht nur Hollywood-Studios, sondern alle Inhalteanbieter stellen Forderungen zum Schutz ihrer Inhalte. Gerade mit HDTV werden diese Forderungen, vor allem gegen Missbrauch, immer wichtiger. Inhalte haben die unterschiedlichen Verwertungsketten Kino, DVD, VoD, Pay TV und letztlich Free TV. Technologien, die diese Verwertungsketten in Frage stellen, machen das Geschäftsmodell der Inhalteanbieter und auch die Finanzierung der Inhalte obsolet.

Für die Sender, die bei HD Plus dabei sind, ist die Verschlüsselung eine Grundvoraussetzung für den Schutz ihrer Sendesignale. Dies umfasst sowohl den Kopierschutz als auch die geografische Abgrenzung bei der Auswertung von Senderechten. In vielen europäischen Nachbarländern und in anderen Infrastrukturen ist die Verschlüsselung aus guten Gründen schon längst üblich. Sie wird auch in Deutschland und auch über Satellit von Sendern dringend benötigt.

DF: Fordern die Inhalteanbieter ebenfalls eine SD-Verschlüsselung, also Codierung der bekannten herkömmlichen Fernsehens?

Lang: Dies ist weder ein Thema der Inhalteanbieter noch von uns.

DF: Ist für Pro Sieben Sat 1 in Zukunft denkbar, lediglich HD-Inhalte einzukaufen?

Lang: Wir wollen unser HD-Plus-Angebot sukzessive ausbauen - und das betrifft nicht nur den Programmeinkauf sondern auch die Programmproduktion.

DF: Frau Lang, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: digitalfernsehen