Nach dem am Sonntag vollzogenen Start ihrer hochauflösenden Satellitenausstrahlungen hat die RTL-Sendergruppe am Montag Aufzeichnungssperren bei den Sendern RTL-HD und Vox-HD bestätigt.

Unter rtl-hd.de und vox-hd.de informieren die Online-Auftritte beider Sender, die über die umstrittene "HD+"-Plattform von SES Astra verbreitet werden, denkbar knapp über HD-Technik und benötigte Empfangsgeräte.

In einem kleinen Frage-und-Antwort-Bereich bezieht der Anbieter Stellung zum Thema Kopierschutz - wenn auch nicht so, wie es sich der Zuschauer wünschen würde. Dort heißt es, Aufzeichnungen auf CI-Plus-taugliche Festplatten-Receiver wie den angekündigten Humax iCord HD+ würden "zunächst nicht gestattet sein". Möglich sei lediglich das Nutzen von Time-Shift-Funktionen zum zeitversetzten Fernsehen. Damit gehen die technischen Sperren über das zunächst angedachte Blockieren von Vor- und Rücklauf hinaus, mit denen RTL das Überspringen von Werbepausen verteilen wollte.

Damit bestätigen sich die Befürchtungen von "HD+"-Kritikern, die weitreichende Eingriffe in die Freiheiten der Zuschauer prognostiziert hatten. Auch auf den Aufbau von TV-Archiven auf Festplatte, DVD oder Blu-ray werden Zuschauer bei RTL-HD und Vox-HD verzichten müssen: "Aufgezeichnete Sendungen von RTL-HD können nicht auf einem HD-fähigen Datenträger archiviert werden", heißt es zu dem Thema kurz und bündig.

Immerhin bleiben Aufnahmesperren bei den in Standardauflösung verbreiteten RTL-Programmen zunächst kein Thema: "Eine Aufzeichnung und Archivierung des analogen und digitalen SD-Programmsignals wird allerdings weiterhin möglich sein", lautet das entsprechende Statement des Senders.

RTL-HD und Vox-HD erhalten ab Januar auf der "HD+"-Plattform Gesellschaft von hochauflösenden Ablegern der Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel1. Nach zwölf Monaten erhebt SES Astra eine jährliche Technikgebühr von 50 Euro für die Freischaltung der in Nagravision verschlüsselten Ausstrahlungen. Außerdem benötigt der Verbraucher speziell zertifizierte "HD+"-Receiver oder Module für den Empfang. Am Sonntag war die Plattform aufgrund eines Mangels an kompatiblen Settop-Boxen weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestartet.