Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender 3sat muss seine für den 1. Mai geplante Programmreform verschieben. Das teilte eine Sprecherin am Freitag nach einer Sitzung der 3sat-Partner ARD, ZDF, ORF (Österreich) und SF (Schweiz) in München mit. Der Grund dafür ist, dass sich der ORF nicht intern dazu durchringen kann, die aus Österreich stammende Nachrichtensendung "ZIB 2" von 22 auf 22.40 Uhr zu verlegen. Dies aber wäre nötig, um das neue Programmschema in Kraft zu setzen. Die anderen Anstalten sind sich in diesem Punkt einig.

Am Donnerstag hatte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger vor einer Verschiebung der Nachrichtensendung gewarnt. "Es ist wichtig für die im Ausland lebenden Österreicherinnen und Österreicher, wie bisher dieses Aushängeschild über politisches Geschehen in Österreich live auf 3sat mitverfolgen zu können", hatte Spindelegger gesagt. Die Österreicher im Ausland hätten großes Interesse, sich über das Geschehen in ihrer Heimat zu informieren, dies bewiesen auch die Einschaltquoten.

Die Partnersender verwiesen hingegen darauf, dass der ORF nicht nur Partner bei 3sat ist, sondern mittlerweile auch über eigene digitale Verbreitungswege im Ausland seine Nachrichten ausstrahlt.