Der ORF-Stiftungsrat hat am 17. Dezember unter dem Vorsitz von Generaldirektor Klaus Pekarek dem Finanzplan 2010 und dem Stellenplan 2010 seine Zustimmung erteilt. Die Vorgabe des Stiftungsrats vom 2. April 2009, im Jahr 2010 bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung möglichst aller Leistungen ausgeglichen zu bilanzieren, werde dabei erreicht, teilte der Sender mit.

„Das Ziel, ein ausgeglichenes Budget vorzulegen, war insbesondere angesichts der weiterhin schwierigen Situation auf dem Werbemarkt und der für die zwei Sport-Großereignisse Olympische Spiele in Vancouver und Fußball-WM in Südafrika notwendigen Mittel von insgesamt 22,4 Millionen Euro besonders ambitioniert und konnte nur durch ein umfassendes Kostenreduktionsprogramm erreicht werden“, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. „Die Erreichung dieses Ziels ist für 2010 nicht zuletzt deshalb ausgesprochen herausfordernd, da sich einnahmenseitig vom ORF nicht steuerbare Faktoren wie die krisenbedingt rückläufige Werbekonjunktur auch 2010 negativ auf die Erlöse auswirken werden. Gegenüber dem Jahr 2009 werden umfassende Einsparungen durch ein Bündel an einschneidenden und nachhaltigen Maßnahmen erfolgen. Dieses Einsparungsvolumen ist die konsequente Weiterführung unseres Sparkurses, der seit Beginn dieser Funktionsperiode im Jahr 2007 mit einem Sparvolumen von insgesamt 200 Millionen Euro zu Buche schlägt.“

Der Finanzplan 2010 sieht in Summe Umsatzerlöse in Höhe von 848,7 Millionen Euro vor. Davon entfallen auf Programmentgelte 530,1 Millionen Euro: Für 2010 ist ein Teilnehmer/innen-Zuwachs von rund 21.000 geplant, die Anzahl der gebührenbefreiten Teilnehmer/innen wird sich um rund 13.000 auf 341.000 Teilnehmer/innen erhöhen. Insgesamt entgehen dem ORF 2010 durch die Gebührenbefreiung Erlöse in der Höhe von mehr als 60 Millionen Euro. Der Begutachtungsentwurf der Novelle des ORF-Gesetzes stellt dem ORF eine auf vier Jahre befristete degressive Teilrefundierung der Abgeltung der gebührenbefreiten Haushalte in Aussicht. Nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle wird der ORF diese Mittel zweckgebunden für die generelle Steigerung österreichischer Produktionen im Programm, die Kinofilmförderung (ÖFI), das Radio-Symphonieorchester (RSO), die Aufrechterhaltung des Leistungsangebots von ORF Sport Plus, den Ausbau der barrierefreien Angebote, Strukturmaßnahmen zur Kostensenkung sowie Vorbereitungen für einen neuen Kultur- und Informationsspartenkanal einsetzen.

Die Werbeerlöse werden im Finanzplan 2010 mit 208,2 Millionen Euro veranschlagt, die sonstigen Umsatzerlöse mit 110,4 Millionen Euro, für den Personalaufwand 333,7 Millionen Euro. 2008 hatte der Personalaufwand noch 404,7 Millionen Euro betragen. Der Mitarbeiterstand des ständig im ORF beschäftigten Personals wird sich von 3.713 per 31.12.2007 um 414 auf 3.299 per 31. Dezember 2010 reduzieren.