Der Publikumsrat des Österreichischen Rundfunks (ORF) hat gehörigen Respekt vor deutschen Privatsendern.

Das Gremium forderte die Regierung am Mittwoch dazu auf, bestehende Möglichkeiten auszuschöpfen, damit nicht weiterhin die Mittel für Fernsehwerbung "im derzeitigen Ausmaß ins Ausland fließen". Hintergrund der Empfehlung sind Befürchtungen, wonach es zu einem Anstieg der Rundfunkgebühren kommen könnte, sollten die Werbeerträge künftig weiter sinken. Sender wie ProSieben, Sat.1 oder RTL halten am österreichischen Fernsehwerbemarkt angeblich bereits einen Anteil von 50 Prozent.

Neben einigen Programmänderungen empfahl der ORF-Publikumsrat auch ein geändertes Handling der zum Empfang der Rundfunkprogramme über Satellit notwendigen Smartcards. In den AGBs und durch Vermerk auf der Karte selbst sollte angegeben werden, dass die Gültigkeitsdauer maximal fünf Jahre betrage. Außerdem forderte die Interessensvertretung eine Änderung der Geschäftsbedingungen: Für den Fall einer Verkürzung der fünfjährigen Gültigkeitsdauer müsse der dem Verkürzungszeitraum entsprechende anteilige Betrag beim Erwerb einer neuen Karte in Abzug gebracht werden, hieß es. Die Empfehlungen des Publikumsrats haben keine bindende Wirkung.