Die österreichische Medienanstalt ORF läutet den Verbreitungsbeginn ihres zweiten Programms in hochauflösender Bildqualität am kommenden Samstag (5. Dezember) mit einer Opernpremiere ein.

Die Ausstrahlungen auf ORF2-HD beginnen bereits um Mitternacht. Am Abend feiert Joseph Haydns "Il Mondo della Luna", inszeniert von Tobias Moretti und dirigiert von Nikolaus Harnoncourt, Premiere im Theater an der Wien. Die Zuschauer sind ab 22.00 Uhr dabei. "Oper ist genau das Erlebnis, das man für den Start von HD braucht. HD ist für den Zuschauer zu Hause ein Meilenstein – ein völlig neues Hörerlebnis", verwies Regisseur Felix Breisach auf die Vorzüge der Ausstrahlung im 5.1-Kanal-Ton in 720p-Auflösung.

Als weitere hochauflösende Programmhighlights bei ORF 2-HD folgen unter anderem Robert Dornhelms Opernverfilmung "La Boheme" mit Anna Netrebko und Rolando Villazón (12. Dezember, 20.15 Uhr) sowie das Neujahrskonzert 2010 unter Leitung von Stardirigent Georges Pretre (1. Januar 2010, 11.15 Uhr) dar. Im Dokumentationsbereich laufen die "Universum"-Eigenproduktionen "Geheimnisvolles Böhmen" (15.12.), "Das Manuskript" (17.12.) und "Das heimliche Leben der Igel" (22.12.) als native HD-Produktionen.

Zuschauer können ORF2-HD genau wie den im vergangene Juni gestarteten Tochterkanal ORF1-HD 24 Stunden täglich über Satellit und in ausgewählten Kabelnetzen empfangen, teilte der Sender mit. Generaldirektor Alexander Wrabetz sagte, für den ORF als elektronisches Leitmedium Österreichs sei es selbstverständlich, seinem Publikum den Zugang zu neuen Technologien zu ermöglichen. Dazu zähle auch Fernsehen in HD-Qualität als eine der wesentlichen Innovationen der vergangenen Jahre.

Im Juni 2008 hatte der ORF rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft als einer der ersten öffentlich-rechtlichen Anbieter in Europa mit ORF1-HD ein Vollprogramm im HDTV-Standard via Digitalsatellit angeboten. Allerdings handelt es sich bei vielen Ausstrahlungen auf ORF1-HD und dem künftigen ORF2-HD um nachträglich hochskaliertes PAL-Bildmaterial, das nicht die Güte von "echtem" HDTV erreicht. Der ORF will das Angebot aber schrittweise ausbauen.

Deutsche Zuschauer können die HD-Ausstrahlungen der österreichischen Nachbarn offiziell nicht empfangen. Weil für externe Einkäufe wie Filme, Serien und Sportübertragungen meist nur die Rechte für das eigene Land eingekauft werden, wird über eine Grundverschlüsselung der Zugriff künstlich auf Zuschauer im eigenen Land beschränkt. Die benötigte Smartcard wird gegen eine einmalige Schutzgebühr nur an Haushalte in Österreich abgegeben.