Zürich - Der Schweizer Telekommunikationskonzern gibt sein Handy-TV-Projekt über DVB-H auf. Zukünftig kann man nur noch übers Mobilfunknetz Handy-TV schauen.
Die Swisscom setzt für ihr Handy-TV nur noch aufs Mobilfunknetz. Laut einem Bericht des Schweizer "Handelsblattes" wurde dieses Angebot massiv verbessert. Dafür stellt die Swisscom das vor zwei Jahren gestartete Handy-TV (DVB-H) ein, das vom Fernsehsendemast ausgestrahlt wird. DVB-H blieb immer hinter den Erwartungen der Betreiber zurück. Daran konnte auch die Fußball-Europameisterschaft oder die Olympischen Spiele nichts ändern. Mehr als ein paar tausend Kunden konnte das Angebot nie für sich begeistern, sagt Swisscom-TV-Chef Markus Gisi. Derzeit seien es nur noch ein paar hundert.

Ein weiterer Hinderungsgrund sei die geringe Auswahl an Geräten gewesen. Mehr als eine Handvoll TV-Handys gibt es nicht. Ausserdem ist DVB-H auf die vier Ballungszentren Zürich, Basel, Bern und das Genfer Seebecken beschränkt.

Um Handy-TV zukünftig übers Mobilfunknetz zu empfangen hat die Swiscom die Übertragungsraten des Mobilfunknetzes ausgebaut und Fortschritte bei der Kompression der gesendeten Bilder erzielt. Um mehr Kunden anzulocken hat das Unternehmen zudem die Preise gesenkt. Statt bisher 16 Franken pro Monat zahlen die Kunden nun neun Franken.

Mit der Einstellung des Handy-TV vom Fernsehsendemast wird auch das DVB-H-Netz nicht mehr gebraucht. Die Swisscom hat deshalb die Eidgenössischen Kommunikationskommission gebeten, das Netz abstellen zu dürfen, um Strom zu sparen, ohne die DVB-H-Konzession zurückgeben zu müssen. Besitzer eines DVB-H-Handys können laut Swisscom aber weiterhin Handy-TV schauen, jetzt allerdings übers Mobilfunknetz