Intendant der Deutschen Welle fordert mehr Geld


Bonn - Der deutsche Auslandsrundfunk Deutsche Welle (DW) hat einen Evaluationsbericht als Grundlage für die weitere Aufgabenplanung vorgelegt. Dabei werden auch Probleme benannt, die laut DW-Intendant Erik Bettermann mit mehr Geld behoben werden könnten.
Der Intendant des deutschen Auslandsrundfunks, Erik Bettermann, erläuterte in Berlin Ergebnisse der Studie. Sie bewerte Nutzung und Qualität der journalistischen Angebote des Senders in seinen drei Medien Fernsehen, Radio und Online, teilt die Deutsche Welle mit.

Bettermann sagte, die Ergebnisse der Evaluation lieferten ein regional differenziertes Bild der Bedeutung der Deutschen Welle. "Sie machen deutlich, dass die DW ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht wird und ein wichtiger Bestandteil der deutschen Außenbeziehungen ist." Gleichzeitig, so der Intendant, verdeutliche der Bericht, "welche Verbesserungen in den nächsten Jahren vorgenommen werden müssen".

Der wachsende Wettbewerb und die technologischen Entwicklungen erforderten eine Umsteuerung des deutschen Auslandsfunks, um die internationale Medienpräsenz Deutschlands auf Dauer sicherzustellen. Die notwendigen Maßnahmen für diesen Prozess, der schon vor einigen Jahren eingeleitet worden sei, seien in der Aufgabenplanung 2010 bis 2013 berücksichtigt worden. Dem Evaluationsbericht zufolge erreicht die DW wöchentlich nahezu 90 Millionen Zuschauer, Hörer und Internetnutzer, so der Intendant.

Bettermann wies darauf hin, dass der Evaluationsbericht auch Probleme benenne. So zeige er, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Welle in einigen Regionen gefährdet sei. Oft würden die DW-Angebote weniger genutzt als die anderer internationaler Anbieter. Grund sei, dass viele Wettbewerber über umfangreichere Angebote verfügten und ihre Programme stärker auf die Zielmärkte zugeschnitten hätten.

Hierauf müsse die DW reagieren. Prozesse zur fortlaufenden Bewertung und Optimierung der Angebote habe die DW bereits eingeleitet, so der Intendant. Die Angebotsreformen der vergangenen Jahre zeigten positive Ergebnisse. Weitere Verbesserungen, wie sie die Aufgabenplanung vorschlage, seien mit zusätzlichen Aufwendungen verbunden.

Der Evaluationsbericht mache deutlich, dass die "klassischen" Verbreitungswege internationaler Sender, die Kurz- und Mittelwelle, in den meisten Weltregionen an Bedeutung verliere. Deshalb nutzten BBC, Voice of America und andere immer häufiger eigene UKW-Frequenzen oder strahlten ihre Programme über nationale Partnersender aus. Auf diese Verbreitungswege setze auch die DW, müsse dies jedoch ausbauen, sagte der Intendant.

Die Internetpräsenz der DW in 30 Sprachen zeige beachtliche Zugriffszahlen und positive Trends. Dem Evaluationsbericht zufolge verweisen die Nutzer insbesondere auf die Multimedialität der Online-Angebote. Bettermann: "Die Menschen erwarten ein großes Angebot von Videos auf Nachrichtenportalen und mobile Applikationen. Zusätzlich sind auch Kooperationen mit großen Internetplattformen wichtig, um Bekanntheit und Nutzung der DW zu steigern."

Insgesamt belege der Evaluationsbericht, "dass die DW ihre inhaltlichen Ziele sehr gut erreicht und ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt". Um auch künftig international wettbewerbsfähig zu bleiben, seien jedoch substanzielle Anpassungen notwendig. Die derzeitige Etatentwicklung setze solchen Maßnahmen aber enge Grenzen, so der Intendant.