Spanien steht möglicherweise vor den ersten Fusionen privater Fernsehsender. Der TV-Sender „Antena 3“ teilte am 17. Dezember der Madrider Börsenaufsicht (CNMV) mit, dass er Verhandlungen mit dem Konkurrenten „La Sexta“ über einen möglichen Zusammenschluss geführt habe. Es gebe aber noch keine Einigung, betonte der Sender, der sich überwiegend im Besitz der Verlagsgruppe Planeta befindet. Wenig später gaben die Sender „Telecinco“ und „Cuatro“ ihrerseits bekannt, dass sie ebenfalls Gespräche über eine mögliche Fusion geführt haben.

Die spanische Presse hatte zuvor berichtet, dass die Fusionsverhandlungen zwischen Antena 3 und La Sexta weit fortgeschritten seien. Die Pläne liefen darauf hinaus, dass nach einer Fusion beide Sender als Markennamen mit eigenen Programmen erhalten bleiben sollten. Es sollten jedoch die Verwaltungen zusammengelegt und Programminhalte ausgetauscht werden, hieß es. Das Ziel eines Zusammenschlusses sei es, Antena 3 zum meistgesehenen TV-Sender in Spanien zu machen.


Ein mögliches Zusammengehen der anderen beiden Privatsender Telecinco und Cuatro gilt in Spanien als ein – in politischer Hinsicht – heikles Unterfangen. Telecinco gehört überwiegend zur Gruppe Mediaset des konservativen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Cuatro ist ein Teil der Prisa-Gruppe um die linksliberale Madrider Tageszeitung „El País“. Teile der spanischen Presse äußerten die Vermutung, die Prisa-Gruppe könne sich aufgrund eines Schuldenbergs von fünf Milliarden Euro gezwungen sehen, Anteile ihres TV-Senders an Berlusconi zu verkaufen.