Der französische Nachrichtensender BFM TV hat im Disput mit dem Bezahlfernseh-Betreiber Canal+ einen Sieg vor dem Court of Commerce in Nanterre davongetragen.

Alain Weill, Präsident des BFM-Eigentümers NextRadioTV, hatte den Konkurrenten gegen Wettbewerbsbehinderung verklagt, weil die Receiver der Canal+-Satellitenplattform CanalSat nach dem Booten automatisch auf den hauseigenen i-Tele-Newskanal umschalten und er sein eigenes Angebot damit massiv benachteiligt sah.

Canal+ hatte das Verhalten seiner Empfangsgeräte mit einer "experimentellen Marketingkampagne", die nur eine begrenze Zahl von Abonnenten betreffe, erklärt. Die Richter folgten dieser Erklärung nicht und ordneten an, die Maßnahme innerhalb von 24 Stunden zu unterbinden. Danach fällt eine Konventionalstrafe in Höhe von 10.000 Euro für jede weitere Stunde an. Innerhalb der nächsten drei Monate soll ferner ein externer Gutachter einen Bericht über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahme vorlegen.

Weill äußerte sich zufrieden über das Urteil und merkte gegenüber dem Branchendienst "Broadband TV News" (Freitag) an, die Zuschauerzahlen von i-Tele seien auf der CanalSat-Plattform in den vergangenen Monaten "signifikant" gestiegen. Vertreter von Canal+ kündigten dagegen den Gang in die Berufung an. Auch vor der nationalen Medienaufsicht CSA ist noch ein Beschwerdeverfahren von BFM anhängig.