Kalifornien ist im Sinne des Klimaschutzes mit einem stufenweisen Verbot für energiefressende Fernsehgeräte vorgeprescht. Experten zufolge könnten die neuen Regeln sowohl für Verbraucher als auch die gesamte Branche Folgen haben. Umweltschützer gehen nach US-Medienberichten von einer Signalwirkung für den Weltmarkt der Unterhaltungselektronikindustrie sowie Regulierungsbehörden außerhalb Kaliforniens aus. Kritiker warnen hingegen vor möglichen wirtschaftlichen Schäden durch die Richtlinie.

Den neuen TV-Markt-Regeln zufolge dürfen in Kalifornien ab 2011 nur noch Geräte mit limitiertem Stromverbrauch verkauft werden. In zwei Jahren müssen angebotene Modelle um 33 Prozent sparsamer sein. Weitere zwei Jahre später ist ein um knapp die Hälfte (49 Prozent) niedrigerer Energieverbrauch vorgeschrieben. Nach Ansicht der Regulierungsbehörden hat dies vorerst zwar keine Auswirkungen auf die Fernseherpreise und Verbraucher, da bereits jetzt eine Reihe von Produkten angeboten würden, die die Kriterien für 2011 erfüllen. Bei den Herstellern könnte die Regel spätestens 2013 aber umso deutlichere Spuren hinterlassen.

Nach Ansicht von Branchenkennern kann der Vorstoß der kalifornischen Regulierer "den Wettbewerb ersticken". Darüber hinaus schade er den Konsumenten und bedrohe Arbeitsplätze. Besonders kleinere Anbieter von TV-Geräten, die im Bereich Forschung und Entwicklung schwächer aufgestellt sind, seien vom Aus bedroht, sollten sich die Vorschriften aus Kalifornien weltweit durchsetzen. Gleichsam könnten ihre Arbeitsplätze dem erzwungenen Wettbewerbsdruck großer Konzerne zum Opfer fallen. Fernseher dürften ab 2013 zudem spürbar teurer werden, meinen Experten.

Nach Meinung von Befürwortern der Maßnahmen sind anhand des niedrigeren Stromverbrauchs in Kalifornien jedoch Einsparungen in Höhe von zumindest einer Mrd. Dollar pro Jahr möglich. In den USA werden jährlich rund 30 Mio. TV-Geräte verkauft, vier bis fünf Mio. davon im "Golden State". Gerade moderne Plasma-Fernseher haben aber einen bis zu vierfach höheren Stromverbrauch als Röhrenmodelle. Anhand der vorgeschriebenen Einsparungen sollen bis zu 864.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können.