Ein halbes Jahr nach dem Start der umstrittenen "HD+"-Plattform hat sich "HD+"-Chef Wilfried Urner mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden gezeigt.

Mittlerweile seien 700.000 Smartcards bestellt, das sei mehr als erwartet, sagte Urner im Interview mit dem Branchendienst "DWDL" am Montagabend. Die Zahl sei ein gutes Indiz dafür, dass "HD+" das Potential dazu habe, "die Standardlösung für den Endkunden zu werden". In den Callcentern registriere man außer rein sachlichen Fragen zur Technik relativ wenig Rücklauf und werte dies als positives Zeichen. Der Satellitenbetreiber SES Astra hatte vergangene Woche bei der Vorstellung der Quartalszahlen von bisher 750.000 bestellten Smartcards gesprochen.

Der aktuelle Zustand mit diversen Restriktionen wie beim schnellen Vorlauf ist Urner zufolge noch nicht optimal, allerdings gehe die Entwicklung noch weiter. Im SD-Bereich könne ja nach wie vor alles weiter genutzt werden. An der Aufnahme-Problematik würde gearbeitet, damit wenigstens innerhalb der Filme gespult werden könne. Die Sender würden hier bald eine Lösung präsentieren.

Der "HD+"-Chef kündigte im Interview eine Ausweitung des Angebots an, allerdings in überschaubarer Größenordnung. Nach der Analogabschaltung im Jahr 2012 würden sich die Verhandlungen mit neuen Sendern einfacher gestalten.

Bislang werden die hochauflösenden Ableger von RTL und Vox sowie von ProSieben, Sat.1 und Kabel1 über "HD+" ausgestrahlt. Grundsätzlich ermöglicht die bei "HD+"-Receivern eingesetzte CI-Plus-Schnittstelle umfassende technische Restriktionen. Aktuell bereits Gebrauch gemacht wird von der Sperrung des schnellen Vorlaufs, um Zuschauer vom Überspulen von Werbung abzuhalten. Auch die automatische Löschung von Festplatten-Dateien nach Ablauf einer vom Sender festgelegten Archivierungsfrist ist in den Spezifikationen vorgesehen.