Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) nennt sich um und heißt ab dem ersten Quartal 2010 Sport1. Die Konzernmutter Constantin Medien AG kündigte am Dienstagabend außerdem an, in Zukunft weniger Erotik und mehr Sportformate ausstrahlen zu wollen.

Die neue Dachmarke Sport1 werde nicht nur für den Spartensender genutzt, sondern auch für das bereits bestehende Online-Portal. Logo und Claim würden "in Kürze" vorgestellt, hieß es. Durch die Umbenennung soll unter anderem eine Imageverbesserung erreicht werden.

Insgesamt verlieren außerdem 42 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze - etwa zehn Prozent der Gesamtbelegschaft. Sieben Millionen Euro will Constantin einsparen. Die Einigung mit dem Konzernbetriebsrat sei bereits erfolgt, hieß es.

Mit der Umstrukturierung einher geht ein Umbau des Programms: Durch den Erwerb von Ausstrahlungsrechten unter anderem für die Handball- und Basketball-Bundesliga werden im Jahr 2010 etwa 1.100 Stunden Live-Sport ausgestrahlt. Das News-Angebot wird ausgebaut, insbesondere durch neue Formate und die starke Fokussierung auf Fußball.

Durch die Etablierung neuer Motormagazine, Dokumentationsreihen und Sport-Entertainment-Formate will sich Sport1 in Zukunft wieder verstärkt der jungen Kernzielgruppe der Männer bis 49 Jahren widmen. Die Erotik-Call-in-Schiene um 23:00 Uhr fällt ersatzlos weg.

Das Deutsche Sportfernsehen hatte seinen Eignern bislang nur wenig Freude gemacht. Die Werbeeinnahmen blieben aufgrund wenig spektakulärer Live-Übertragungsrechte unter den Erwartungen. Anfang Juli hatte Constantin die DSF-Geschäftsführung ausgetauscht und eine "Neustrukturierung" des Sportsegments angekündigt. Das Geschäftsmodell von DSF solle an das veränderten Marktumfeld angepasst werden, hieß es damals. Vorstandschef Bernhard Burgener hatte anlässlich der Bilanzvorlage zuvor erneut eine "zügige Umstrukturierung" des Senders angesprochen.