In ihrer aktuellen Werbekampagne vergleiche die Swisscom das analoge Kabel-TV-Angebot mit Swisscom TV, ohne dabei das digitale Kabel-TV-Angebot zu erwähnen. Swisscable ist der Ansicht, dass dies unlauterer Wettbewerb ist und hat am 12. Mai beim Gericht Bern-Laupen ein Gesuch um sofortiges Verbot dieser Werbeaktivitäten eingereicht. Dies teilte das Unternehmen am 17. Mai mit.

Im April 2010 habe die Swisscom ein Werbeschreiben an die Haushalte verschickt, in dem das analoge TV-Angebot der Cablecom mit den beiden Digital-TV-Angeboten der Swisscom – Swisscom TV basic und Swisscom TV plus – verglichen wird. Dieses Werbeschreiben wurde auch in Gebieten verschickt, in denen gar nicht Cablecom, sondern andere Kabelnetzunternehmen aktiv sind. Zudem verwende die Swisscom weitere Werbeformen, in denen entweder das analoge TV-Angebot der Cablecom oder das analoge Kabelfernsehen im Allgemeinen mit Swisscom TV verglichen und zu einem Wechsel zu Swisscom TV aufgefordert wird.

Swisscable stört sich daran, dass das digitale Kabel-TV-Angebot, das in der Schweiz flächendeckend zur Verfügung steht, bei diesen Vergleichen verschwiegen werde. „Kunden werden so gezielt in die Irre geführt“, sagt Hajo Leutenegger, Präsident von Swisscable, dazu. Irreführend sei es für Kunden auch, dass mit dem Cablecom/Swisscom-Vergleich in Gebieten geworben wird, die gar nicht von Cablecom versorgt werden. So habe zum Beispiel ein Mitarbeiter der Swisscom einen Kunden der Kabelgenossenschaft Frutigen angerufen und ihm – fälschlicherweise – mitgeteilt, dass er aufgrund von Gebührenerhöhungen das Kabel-Abonnement außerterminlich kündigen könne, um dann zu Swisscom TV zu wechseln.

Swisscable ist der Ansicht, dass diese Praktiken klare Verstöße gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb darstellen. „Wir sind erstaunt, dass die Swisscom zu solch unfairen Mitteln greift“, meint Leutenegger. „Und wir sind nicht bereit, diese einfach hinzunehmen.“ Aus diesem Grund habe Swisscable am 12. Mai beim Gericht Bern-Laupen ein Gesuch um sofortiges Verbot dieser Werbeaktivitäten eingereicht. Wird diesem Gesuch stattgegeben, wovon Swisscable ausgeht, werde Swisscable zudem beim Handelsgericht Klage gegen die Swisscom einreichen, hieß es abschließend.