Der Anbieter TeleColumbus speist die Programme des Pay-TV-Anbieters Sky künftig per Simulcrypt in seine Kabelnetze ein - mit anderen Worten: Zum Empfang der verbraucherfeindlich grundverschlüsselten Digitalsender wie RTL und ProSieben sowie den Sky-Bezahlkanälen ist nur noch eine Settop-Box notwendig, eine Freischaltung der Programme auf einer Smartcard möglich.

Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch: Denn die Harmonisierung der Pay-TV-Plattformen nimmt einige Monate in Anspruch. Erst im Oktober wird es soweit sein, teilte TeleColumbus am Mittwoch mit.

Gleichzeitig können Sky-Kunden dann über ihr Gerät in Zukunft das digitale Basispaket des Kabelnetzers mit 40 Digitalprogrammen sowie allen fünf HD-Sendern der RTL-Gruppe und ProSiebenSat.1 entschlüsseln - eine Freischaltung vorausgesetzt.

Bislang erlaubten die unterschiedlichen technischen Gerätespezifikationen und Verschlüsselungssysteme der Anbieter keine gegenseitige Freischaltung.

Während TeleColumbus in seinen Netzen auf das proprietäre Videoguard setzt, für das keine freien CAMs erhältlich sind und der Einsatz spezieller Receiver notwendig ist, verwendet Sky noch Nagravision von Kudelski. Künftig soll aber auch beim Münchner Pay-Konzern ein eigenes System auf Videoguard-Basis Einzug halten. Die Technik kommt in beiden Fällen von NDS. Der nordamerikanische Anbieter ist eine Tochter der News Corporation und Rupert Murdoch, der wiederum Sky kontrolliert.

Receiver und HDD-Rekorder weiter nutzen

Die bestehenden Kunden der beiden neuen Partner können ihre Receiver und Festplattenrekorder ab Oktober weiterhin benutzen. "Wir werden mit Sky insbesondere bei der Vermarktung des Sky-Bundesliga-Angebotes und unseres 'Basic-TV'-Angebotes eng zusammenarbeiten. Davon versprechen wir uns einen weiteren Wachstumsschub bei den digitalen Kabelanschlüssen", kündigte der Geschäftsführer der TeleColumbus Gruppe, Dietmar Schickel, am Nachmittag an.

Einen Erfolg kann das Unternehmen dringend brauchen: TeleColumbus steht zum Verkauf, es drücken enorme Schulden. Wie der Kabelnetzer Primacom, dessen Holding-Gesellschaft am Dienstag seine Zahlungsunfähigkeit eingeräumt hatte, gehört auch TeleColumbus zur Escaline Gruppe, die ihren Sitz in Luxemburg hat.