Der Schweizer Kabelnetzverband Swisscable hat sich am Freitag gegen eine Regulierung des Settop-Boxen-Marktes ausgesprochen.

Einen so dynamischen Markt wie den des digitalen Fernsehens regulieren zu wollen, mache einfach keinen Sinn, betonte Präsident Hajo Leutenegger. Dem Anliegen der Gesetzesänderung, die freie Wahl der Settop-Box zu ermöglichen, werde bereits 2010 schweizweit Rechnung getragen. Der funktionierende Infrastrukturwettbewerb und die damit verbundenen Entwicklungen beim digitalen Fernsehen machten eine Gesetzesänderung deshalb überflüssig.

Zudem wehrte sich Swisscable gegen die vorgeschlagene Ausnahmeregelung für Anbieter, die ihre Programme via Internet-Protokoll verbreiten. Diese so genannten IPTV-Anbieter – die Swisscom gehört dazu – würden während mindestens zwei Jahren von der Regulierung ausgenommen. "Es darf nicht sein, dass eine marktmächtige Konkurrentin wie die Swisscom gegenüber den Kabelnetzen bevorteilt wird. Gesetze müssen für alle Anbieter gleichermaßen gelten. Sonst wird der Wettbewerb verzerrt", so Leutenegger.

Um im härter werdenden Wettbewerb die Anliegen der Kabelnetzbranche noch effektiver in die Öffentlichkeit und die Politik einzubringen, will Swisscable künftig die öffentliche und politische Kommunikation verstärken. Zu diesem Zweck wechselt Kurt Walser von der Cablecom zu Swisscable, wo er als Delegierter für Public Affairs neu im Namen der Gesamtbranche tätig sein wird, teilte Swisscable am Freitag mit.