Die Deutsche Telekom entwickelt sich für den angeschlagenen Münchner Pay-TV-Anbieter Sky immer mehr zur Bedrohung. Einem Medienbericht zufolge will das Unternehmen sein hochauflösendes Fernsehangebot weiter ausbauen.

So soll im Zuge der Internationalen Funkausstellung (IFA) das von "Red Bull"-Gründer Dietrich Mateschitz finanzierte Programm Servus-TV-HD in das IPTV-Bouquet "Entertain" aufgenommen werden, berichtete der Branchendienst "Kontakter" in seiner aktuellen Ausgabe (Montag). Auch von einem weiteren Sender ist die Rede, Details dazu wurden nicht genannt.

Servus-TV wird unverschlüsselt über Satellit ausgestrahlt, bei "Entertain" sind alle Kanäle mit Ausnahme von ARD und ZDF verbraucherfeindlich codiert und können von einem rigiden Digital Rights Management System gesteuert werden - unter anderem, was Spulen, Archivierungsfristen und Aufzeichnungne betrifft.

Die HD-Sender von ProSiebenSat.1 und RTL werden bisher nicht eingespeist, dafür gibt es hochauflösende Pendants von Das Erste, ZDF, Arte, Anixe, dem Bundeliga-Sender Liga total! und MTV.

Generell setzt der HDTV-Empang über "Entertain" mindestens einen 25 MBit/s schnellen VDSL-Anschluss voraus. Auch dann ist es nicht möglich, mehr als zwei hochauflösende Sender zu sehen bzw. aufzuzeichnen. Bei VDSL mit 50 MBit/s sind es nach Tests nicht mehr als drei. In diesem Punkt hat "Entertain" im Vergleich zum klassischen Kabel oder Satellit einen deutlichen Nachteil.

Das betrifft auch die Zuverlässigkeit des Dienstes. "Entertain" fiel in den vergangenen zwei Jahren samt VDSL-Leitung desöfteren aus, in dieser Zeit ist dann übrigens auch kein Zugriff auf die lokal aufgezeichneten Spielfilme oder Serien der Festplatte mehr möglich - wahrscheinlich aufgrund des DRM-Systems. Ein in den Einheitsboxen der Telekom installierter DVB-T-Tuner wurde trotz eines gegenteiligen Versprechens nie durch eine offizielle Software zum Leben erweckt.

"Entertain" wird aktuell von etwa 1,3 Millionen Menschen abonniert. Sky verweist auf knapp 2,5 Millionen zahlende Haushalte und hatte am vergangenen Freitag drei neue HD-Kanäle an den Startblock gerollt. Die Telekom tritt auch in Konkurrenz zu etablierten Kabelnetz- und Satellitenbetreibern, die allerdings - was die Zahl der versorgten Rundfunkhaushalte betrifft -, weit enteilt sind.