Ab 1. September können auch DigiCard-Nutzer digitale TV-Programme bei dem Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom aufzeichnen. Der bisher bestehende Kopierschutz werde durch einen Software-Update automatisch aufgehoben, teilte das Unternehmen am 31. August mit. Der bisher aus „technischen Gründen notwendige statische Kopierschutz“ werde durch eine dynamische Lösung ersetzt. Die neue Software wird per 1. September automatisch auf alle bereits eingesetzten DigiCards aufgespielt. Die Kunden müssen nichts unternehmen. Bei der neuen dynamischen Lösung entscheiden die Programmanbieter selbständig, bei welchen Kanälen sie die Aufnahmefunktion einschränken wollen. Derzeit ergreift kein von Cablecom in der Schweiz verbreiteter Sender solche Maßnahmen, welche dem Schutz vor digitaler Weiterverbreitung der Programme dienen.

Verbraucherschützer kritisieren Kosten

Der Druck der SKS habe gewirkt, hieß es unterdessen bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Ein Ärgernis seien aber weiterhin die Kosten von 15 Franken für ein Angebot, das in ähnlichem Umfang bisher als entgeltlos angepriesen wurde, und dass die Lösung nicht bei CI-Fernsehern funktioniert, die in zahlreichen Wohnzimmern stehen.

Am 9. März hatte Cablecom als Alternative zur Set-Top-Box seine DigiCard vorgestellt. Die Reaktionen waren verhalten: Cablecom setzt auf das neue System CI+ anstatt auf das gebräuchliche System CI. CI+ erlaubt das Verhindern von Aufnahmen und des Überspulens von Werbesendungen.

Die Befürchtungen bestätigten sich: Am 19. Mai gab Cablecom bekannt, dass für die DigiCard ab dem 1. Juni ein komplettes Aufnahmeverbot gilt. Bis zum 30. August, da noch technische Probleme bestünden. Die SKS machte daher am 1. Juni zwei Eingaben beim Preisüberwacher und bei der Beobachtungsstelle für technische Maßnahmen.

Nun kippt Cablecom das Aufnahmeverbot. Mit der DigiCard können neu alle Sendungen aufgenommen werden, da auch bislang kein Programmanbieter ein Aufnahmeverbot eingeführt hat. „Wir sind sehr erfreut, dass Cablecom Wort gehalten hat. Hierzu hat sicherlich auch unser Druck beigetragen“, stellt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS, fest. „Wir erwarten, dass auch in Zukunft keine Aufnahmeverbote einzelner Sender verhängt werden.“

Ärgerlich bleibe, dass die DigiCard nur bei CI+-Fernsehern funktioniert. Die SKS erwarte daher vom Bundesamt für Kommunikation, dass im neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) CI Standard wird und damit der Set-Top-Boxenzwang auch für die im Markt gängigen CI-Fernseher fällt. Ebenso solle im Gesetz ein Höchstpreis festgesetzt werden, hieß es abschließend.