Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat einen Käufer für sein Online-Portal "FutureZone" gefunden - seit Monaten wurden Detailgespräche mit Interessenten geführt.

Der Nachrichtenagentur APA bestätigte am Freitagnachmittag ORF-Online-Chef Thomas Prantner, dass der "Kurier" die Bieterschlacht um die Web-Site gewonnen habe. Das Portal wird demnach mit 1. Oktober an die mehrheitlich zum Raiffeisen-Konzern gehörende Zeitung verkauft.

In den kommenden Tagen fänden die Schlussverhandlungen statt, der entsprechende Vertrag solle nächste Woche abgeschlossen werden, hieß es. Eine Mitteilung des ORF liegt zur Stunde nicht vor.

Auch die österreichische Tageszeitung "Der Standard" hatte wie die konkurrierende "Presse" und der Telekommunikationskonzern Telekom Austria Interesse an dem Portal bekundet. Der ORF will unbestätigten Angaben zufolge zwei bis drei Millionen Euro erlösen.
Mit dem Inkrafttreten des neuen ORF-Gesetzes am 1. Oktober muss die Plattform aufgrund massiver Beschwerden von Verlagen, Sendern und Medienhäusern aus dem Netz genommen werden. Diese befürchteten eine zu große, gebührenfinanzierte Konkurrenz im Internet.

Unmittelbar nach Beschluss des Gesetzes hatten mehrere Vertreter aus Wirtschaft, Telekommunikation und Medien sowie verschiedene Community-Gruppen Interesse bekundet, die "FutureZone" zu übernehmen. An dieser Stelle beim ORF war dann der Verkaufsprozess gestartet worden.

Bei dem Verkauf geht es ausschließlich um Inhalte und Technik des Portals, nicht aber um damit verbundene personelle Ressourcen. Die "FutureZone" wird in jedem Fall bis Ende September weitergeführt. Sollte kein Vertrag mit dem "Kurier" oder einem anderen Interessenten zustande kommen, werden die Plattform abgeschaltet und die Inhalte auf andere ORF-Sites verteilt.

"FutureZone" informiert unter anderem über die Bereiche Computer, Technik, Sport, Wetter, Telekommunikation und Fernsehen. Bei österreichischen Surfern ist das Portal mit angeschlossenem Forum sehr beliebt.