Die öffentlich-rechtlichen Sender planen einen deutlichen Ausbau ihrer HDTV-Aktivitäten. In drei Jahren könnten mehrere Sender - darunter auch große Dritte Programme - über den Astra-Satelliten im 1.080i/p-Format an den Start gehen.

"ARD und ZDF arbeiten derzeit gemeinsam mit SES Astra an einen Rahmenvertrag über den Ausbau der Satelliten-Transponder-Kapazitäten. Der wird demnächst abgeschlossen. Wir haben festgestellt, dass es Sinn macht, in zwei bis vier Jahren weitere öffentlich-rechtliche Programme in HD-Qualität zu verbreiten", sagte der BR-Direktor Produktion und Technik, Herbert Tillmann, dem Branchenblatt "Medien Bulletin" (September-Ausgabe).

Das ZDF wolle das Programm 3Sat in HD senden und ein entsprechendes Bouquet bilden. "Für die ARD hingegen sind Programme wie zum Beispiel EinsPlus oder EinsExtra bei der HD-Ausstrahlung nicht erste Präferenz. Für uns ist es wichtiger, neben dem Hauptprogramm zumindest die großen Dritten Programme hochauflösend zum Zuschauer zu bringen", sagte Tillmann dem Magazin. Der Bayerische Rundfunk werde voraussichtlich ab 2013/2014 mit der hochauflösenden Ausstrahlung beginnen.

Welche anderen ARD-Anstalten von Beginn an dabei sind, sei nicht klar: "Wahrscheinlich der Norddeutsche Rundfunk, der Mitteldeutsche Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk, der ja heute schon einen eigenen HD-Transponder hat und damit einen Testbetrieb zum Beispiel mit EinsFestival fährt.". Das Archiv sei "gut mit nativem Material gefüllt".

Die Vorausplanung in Technik und Produktion dauere aber immer zwei bis drei Jahre.
Statt dem ursprünglich geplanten 720p-Format soll künftig 1.080i als Produktionsformat herhalten. Hannspeter Richter, der als Leiter der Abteilung Neue Technologien und Workflowmanagement im Bayerischen Rundfunk arbeitet, sagte dem "Medien Bulletin" im gleichen Interview: "1.080i markiert für uns letztlich nur ein Übergangsstadium. Am Ende werden wir auf 1.080p einschwenken. Das wissen alle. 1.080p bietet das beste Quellsignal mit Blick auf die Weiterverarbeitung und die Kompression". Dem stünde allerdings ein erheblicher Kostenfaktor beim Ausbau der Technik im Weg. Er fügte aber hinzu: "Bei allen Investitionen, die wir tätigen, schauen wir immer, dass wir 1.080p-fähig sind."