Der Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom hat im dritten Quartal TV-Kunden verloren. Mit 1,537 Millionen waren dies 2.000 weniger als im Quartal zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Cablecom legte beim digitalen Fernsehen um 17.000 Verträge auf nunmehr 432.000 Haushalte zu - nur gut ein Viertel der Zuschauer wird also mit verschlüsseltem Fernsehen versorgt. Beim analogen Fernsehen gingen 19.000 Kunden verloren, 1,105 Millionen beziehen das klassische Angebot.

Keine Angaben machte der Konzern zum Absatz seiner verbraucherunfreundlichen "CI+"-Karte "Digicard". Im August hatte Cablecom vermeldet, dass etwa 6.000 Konsumenten sich bislang von den Restriktionen nicht abschrecken ließen und das Modul für den Empfang am Flat-TV nutzen. Das Modul hatte dem Konzern zwischenzeitlich eine Klage des Verbraucherschutzes eingebracht, wegen eines "totalen Aufnahmeverbots im Fernsehen".

Die zahlreichen Einschränkungen von CI+ verpackt Cablecom im vermeintlichen Komfortgewinn, digitales Fernsehen auch ohne externe Settop-Box nutzen zu können - inzwischen sind verschiedene Flat-TV-Modellen mit entsprechender Schnittsteller erschienen.

Zulegen konnte das Unternehmen im dritten Quartal bei Telefonie und Internet. Inzwischen telefonieren 321.000 Kunden mit Cablecom (plus 3.000 gegenüber dem zweiten Quartal), 501.000 surfen im Internet (plus 5.000 Prozent). Den Umsatz erhöhte der Konzern leicht mit 1,7 Prozent auf 280 Millionen Schweizer Franken (203 Millionen Euro). Cablecom gehört wie Unitymedia und UPC zum US-Riesen Liberty Global.