Vor zwanzig Jahren wurde die erste Webseite veröffentlicht. Sie kam nicht aus den USA, sondern aus der Schweiz. Der britische Physiker Tim Berners-Lee schaltete am 13. November 1990 die Domain info.cern.ch am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf frei. „Kaum eine Erfindung hat in den ersten zwei Jahrzehnten ihres Bestehens eine derartige Erfolgsgeschichte geschrieben wie die Homepage“, kommentiert August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM, das Jubiläum.

Die Idee zur Website entstand ursprünglich als Teil des World Wide Web-Projekts am CERN. Es sollte die Informationsflut in komplexen wissenschaftlichen Projekten besser beherrschbar machen. Auf der ersten CERN-Webseite wurde unter anderem erklärt, was das World Wide Web ist, welche Personen daran beteiligt sind und wie man einen Browser benutzt.

In Deutschland ist die Zahl der Webseiten seit Beginn des Internet-Booms im Jahr 1999 stetig und weitgehend gleichmäßig angestiegen. Deutsche Webseiten-Inhaber – Unternehmen oder Privatleute – nutzen vor allem Adressen der so genannten Top Level Domain „.de“. 13,8 Millionen Homepages (Domains) mit der deutschen Endung .de sind zurzeit bei der Registrierungsstelle Denic angemeldet. Weltweit führend mit etwa 90 Millionen sind Webadressen mit der Endung „.com“. Die seit rund vier Jahren existierende Endung „.eu“ kommt immerhin schon auf 3,2 Millionen Webseiten.

Berner-Lees Erfindung ist nicht mehr wegzudenken aus dem Privat- und vor allem dem Geschäftsleben. Allerdings gibt es noch immer Nachholbedarf. Jedes fünfte deutsche Unternehmen hat auch heute noch keinen eigenen Internetauftritt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kleine Firmen. „Gerade Handwerksbetriebe, kleinere Büros, Selbständige oder auch Einzelhändler können von einem Internetauftritt massiv profitieren. Diese Chancen einer Internetpräsenz sollten auch von kleinen Firmen noch stärker in den Blick genommen werden.“