Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat nach eigenen Angaben die niedrigste Quote von Schwarzsehern in Europa. Nur 2,5 Prozent der Zuschauer zahlt keine Gebühren, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz laut Mitteilung Dienstag vor dem Publikumsrat in Wien.

Man habe die Akzeptanz auf einem hohen Niveau gehalten, erklärte der zuletzt umstrittene Fernsehmanager vor dem Gremium. Die Werbeeinnahmen hätten besonders in ORF1 und im Hörfunk bei Ö3 zugelegt und lägen damit "über den Erwartungen". Man werde das leicht positive Ergebnis 2010 halten und auch im nächsten Jahr ein "ausgeglichenes Ergebnis haben", sagte Wrabetz.

Mit 35,8 Prozent Marktanteil beim Empfang über Kabel und Satellit bleibe der ORF Marktführer, erklärte der ORF-Chef. Die öffentlich-rechtliche Sendergruppe büßte allerdings erheblich ein, im letzten Jahr lag der Marktanteil noch bei 36,9 Prozent.

Wrabetz hob auch die hauseigene "TVthek" hervor, die seinen Worten zufolge sechs Millionen Zugriffe pro Monat verzeichnet. Die Online-Videothek soll zudem auf mobile Plattformen und um eine "Radiothek" erweitert werden.

Der Geschäftsführer des ORF-Tochterkanals TW1 stellte dem Publikumsrat außerdem die Pläne für den Start des neuen Informations- und Kulturspartenkanals vor. ORF Info plus könnte noch im Frühjahr 2011 seine Ausstrahlung beginnen. Neben der Programmsäulen Information, Kultur/Religion, österreichische Zeitgeschichte und Zeitgeschehen will der Spartenkanal auch Platz für österreichische Künstler und Kulturschaffende bieten. ORF Info plus soll die Hauptprogramme des ORF und 3sat ergänzen.

Die Publikumsräte Herbert Matis und Beate Wimmer-Puchinger lobten ORF Info plus, warnten aber auch davor, öffentlich-rechtliche Inhalte in den Spartenkanal abzuschieben.