Der Satelliten-Betreiber SES Astra hat sich erneut sehr zufrieden über den Abverkauf von Smartcards für die verbraucherunfreundliche Plattform "HD+" gezeigt, will aber auch weiter keine Angaben dazu machen, wieviele Karten von den Abonnenten inzwischen verlängert wurden.

Der Chef der Astra-Tochter HDPlus, Wilfried Urner, sagte am Donnerstag auf einer Veranstaltung zum Thema Pay-TV der Bayerischen Landesmedienanstalt (BLM), dass gut 1,5 Millionen Smartcards im Umlauf seien.

Wieviele davon tatsächlich genutzt werden, ist ebenso unklar, wie die Anzahl der erneuten Aktivierungen nach Ablauf der kostenfreien Phase von zwölf Monaten. Bei einer Online-Umfrage der der Fachzeitschrift SAT+KABEL zu diesem Thema hatten nur drei Prozent der über 2.100 Teilnehmer angegeben, auch in Zukunft 50 Euro für einen der insgesamt acht werbefinanzierten und mit technischen Restriktionen bei der Aufzeichnungen versehenen HD-Sender zu investieren.

In diesem Jahr würden noch "einige Sender" zum "HD+"-Bouquet hinzukommen, behauptete Urner, konkrete Angaben machte er dazu nicht. Nach wie vor sei man auch mit dem Pay-TV-Sender Sky im Gespräch. Ziel sei, beide Systeme kompatibel zu machen, um den Kunden nicht mehrere Boxen oder Smartcards zuzumuten. Tatsächlich gibt es aktuell nur über Alternativ-CAMs wie Alphacrypt die Chance, beide Angebote mit einem Satelliten-Receiver zu empfangen.

Auch "HD+" werde in Richtung Video-on-Demand gehen; Plattform dafür sei ein hybrides TV-Portal, das im Juli starten solle, sagte Urner. Er stellte gleichzeitig in Aussicht, dass die aufgrund von Forderungen der Sender eingeführten Restriktionen zum Schutz der Werbeblöcke möglicherweise etwas gelockert würden. Wann dieser Schritt erfolgen könnte, konnte Urner noch nicht sagen. Entsprechende Ankündigungen hatte es schon im letzten Jahr gegeben, die allerdings bisher technisch nicht umgesetzt wurden.