Die umstrittene Verschlüsselungstechnologie CI Plus hat nach jahrelangen Grabenkämpfen nun doch Chancen auf eine offizielle Standardisierung durch das branchenübergreifende DVB Project.

Das Lenkungskommittee des europäischen DVB Project, in dem mehr als 270 Programmanbieter, Gerätehersteller, Netzbetreiber und Behörden zur Förderung des digitalen Fernsehens zusammengeschlossen sind, habe die offizielle Anerkennung von CI Plus als Nachfolger des Common-Interface-Standards empfohlen. Das berichtete der Branchendienst "Broadband TV News" am Freitag.

Bislang hatten insbesondere Plattformbetreiber eine offizielle Anerkennung von CI Plus abgelehnt, weil sie befürchteten, zu wenig Einfluss auf die künftige Entwicklung der Technologie nehmen zu können. Diese Einwände seien nach der Veröffentlichung der neuen CI-Plus-Spezifikation 1.3 im Januar weitgehend ausgeräumt worden.

Neotion, Panasonic, Philips, Samsung, SmarDTV und Sony hatten im Sommer 2007 die Entwicklung von CI Plus in die eigene Hand genommen, nachdem sich Gespräche mit dem DVB Forum über die Zukunft des Systems festgefahren hatten. Im November 2008 war das CI Plus Forum aufgelöst und durch eine privatwirtschaftliche LLP nach britischem Recht ersetzt worden. Seitdem waren immer wieder Gespräche mit dem DVB Forum über eine offizielle Standardisierung geführt worden.

CI Plus ist derzeit unter anderem bei den deutschen Plattformen Eutelsat Kabelkiosk und Sky Deutschland im Einsatz. Auch der niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo sowie UPC und Com Hem erlauben die Entschlüsselung ihrer Inhalte über Set-Top-Boxen und TV-Geräte mit CI-Plus-Schnittstelle.