Offiziell ist noch nichts, die Tageszeitung "Der Standard" will dennoch bereits erfahren haben, dass der Österreichische Rundfunk wieder tiefschwarze Zahlen schreibt.

Schon nach den ersten drei Quartalen erwartete der öffentlich-rechtliche Sender ein positives Ergebnis von 10,9 Millionen unter dem Strich. Für das Gesamtjahr 2010 falle der Gewinn dank heftig nachgefragter TV-Werbung im November und Dezember, dem Sparpaket und der Gebührenrefundierung deutlich zweistellig aus, meldet das Blatt. Nach Informationen des "Standard" soll das Konzernergebnis die 20-Millionen-Marke erreicht haben. Damit könnte auch der ORF als Einzelunternehmen ohne Töchter aus der Verlustzone kommen, hieß es.

Der ORF hatte 2009 noch mit einem Minus von 44,5 Millionen abgeschlossen. Die Sendergruppe erhielt danach einen Teil der Gelder der Gebührenzahler wieder zurück, die sonst an den Staat geflossen wären. Diese Refundierung hatte einen Umfang von 100 Millionen Euro, die in zwei Tranchen fließen.

"Die Zahlen sind in Ordnung", sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Freitag nur, eine Bestätigung steht noch aus. Wrabetz will sich am 9. August zur Wiederwahl stellen. Der Haushalt 2011 sah zuletzt Umsätze des öffentlich-rechtlichen Konzerns von 902,2 Millionen Euro vor. Davon entfallen auf Gebühreneinnahmen 583,8 Millionen Euro, die Werbeerlöse werden mit 210,5 Millionen Euro taxiert, die sonstigen Umsatzerlöse mit 108,0 Millionen Euro. Für sein Programm will der ORF 577,5 Millionen Euro ausgeben, für das Personal 338,2 Millionen Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter soll sich auf 3.204 reduzieren.