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Thread: Datensicherheit im Internet

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    Datensicherheit im Internet

    Piratenpartei vermisst im Online-Streit "Gesetzesrücknahme"

    Nachdem Unterhändler von CDU/CSU und FPD die geplanten Internetsperren ausgesetzt haben, läuft die Piratenpartei gegen den ausgehandelten Kompromiss Sturm. Wie die Partei am Freitag mitteilte, vermisse sie das Wort "Gesetzesrücknahme" und forderte den Rücktritt der als zukünftigen Justizministerin gehandelten FDP-Politikerin Leutheuser-Schnarrenberger.

    "Einschränkung, Evaluierung, Aufschub. Hier vermissen wir das Wort Gesetzesrücknahme" kommentiert Florian Bischof, Mitglied des Berliner Landesvorstands, den Ausgang der Koalitionsverhandlungen. Am Donnerstag erklärten die Unterhändler der Kolaitionsarbeitsgruppe Sicherheit/Justiz von CDU/CSU und FDP, sich in allen Sicherheitsthemen einig zu sein. Bei den Internetsperren gegen Kinderpornografie einigten sich die Verhandlungspartner nun darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, die auffälligen Seiten löschen zu lassen statt zu sperren. Für heimliche Online-Durchsuchungen von Computern muss künftig der Generalbundesanwalt einen Antrag stellen.

    Doch nicht nur in der Sache, auch auf persönlicher Ebene übten die Piraten harsche Kritik. ""Die FDP steuert hier schon ganz im roten Fahrwasser. All diese Gesetze greifen noch viel tiefer in die Grundrechte ein als das 1994 von der FDP mitbeschlossene Gesetz zum Großen Lauschangriff. Konsequenterweise müsste Frau Leutheuser-Schnarrenberger zurücktreten, noch bevor sie überhaupt im Amt ist.", so das Berliner Landesvorstandsmitglied Florian Bischof.

    Andere Reaktionen

    Die schwarz-gelben Beschlüsse zum vorläufigen Ende für Internetsperren im Kampf gegen Kinderpornografie haben ein gemischtes Echo ausgelöst. Die Piratenpartei bemängelte, nun stärker auf die Löschung von Kinderporno-Seiten zu setzen, bedeute noch keine wirkliche Kurskorrektur hin zu mehr Freiheit im Internet. "Die FDP hätte die Möglichkeit gehabt, das Gesetz klar zurückzuweisen", sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Für die Piraten war der Kampf gegen die Sperren zentraler Bestandteil ihres Bundestagswahlkampfs.

    Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kritisierte, es sei nur erneut beschlossen worden, was eh schon im Gesetz stehe. Die Regelung aus dem Haus von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur Sperrung von Seiten mit Kinderpornos ist derzeit noch nicht in Kraft.

    Unicef und andere Kinderschutzorganisationen kritisierten die Internet-Pläne von Union und FDP. Sperren sei dann notwendig, wenn Ermittler die Seiten nicht löschen können, weil sie von ausländischen Servern betrieben werden, erklärten die Kinderschützer. Sie forderten die neue Bundesregierung auf, beide Maßnahmen - Sperren und Löschen - im Kampf gegen Kinderpornografie im Netz anzuwenden.

    Lob kam hingegen vom Branchenverband Bitkom: Die Koalitionäre hätten "Fingerspitzengefühl" gezeigt, wurde Verbandspräsident August- Wilhelm Scheer zitiert. Die Einigung gehe in die richtige Richtung: Bei der Bekämpfung schwerer Kriminalität im Internet müsse Augenmaß gewahrt bleiben. Auch der Internetwirtschaftsverband Eco begrüßte die erzielten Kompromisse hingegen.

    Franziska Heine, Initiatorin einer Massen-Online-Petition gegen die Internetsperren, sprach im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag) von einem "tollen" Ergebnis. Die Koalitions-Arbeitsgruppe von Union und FDP hatte sich am Donnerstagabend darauf verständigt, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, die auffälligen Seiten zu löschen statt zu sperren. Nach einem Jahr werde die Situation neu bewertet.

    Im Internet äußerten sich viele Nutzer zufrieden. "Sauber", "Die FDP hat es geschafft" oder "Endlich mal gute Politik" lauteten etwa Kommentare einiger Nutzer der Kurznachrichten-Plattform Twitter.

  2. #2
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    Koalition stärkt Datenschutz und Bürgerrechte

    Der Datenschutz wird verbessert, die Bürgerrechte im Internet wieder leicht gestärkt: Die Unterhändler von CDU/CSU und FDP seien sich in allen Sicherheitsthemen einig, erklärten Vertreter beider Seiten am Donnerstag nach der Sitzung der Koalitionsarbeitsgruppe Sicherheit/Justiz in Berlin. Das gelte auch für die großen, vormals strittigen Themen wie Internetsperren gegen Kinderpornografie, heimliche Online-Durchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung. Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich die Arbeitsgruppe auf gemeinsame Positionen in zahlreichen kleineren Themen verständigt.

    Bei den Internetsperren gegen Kinderpornografie einigten sich die Verhandlungspartner nun darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, die auffälligen Seiten löschen zu lassen statt zu sperren. Dies war eine zentrale Forderung der Gegner von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU, "Zensursula"). Laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll dies auch durch die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit erreicht werden. Nach einem Jahr werde die Situation neu bewertet. Kritiker hatten angeführt, dass Sperren im Netz leicht umgangen werden und sie der Einstieg in eine umfassende staatliche Zensur-Infrastruktur sein könnten.

    Für heimliche Online-Durchsuchungen von Computern muss künftig der Generalbundesanwalt einen Antrag stellen. Ursprünglich konnte das BKA den Antrag selbst beim Amtsgericht Wiesbaden einreichen, das dann entscheiden sollte. Nun liegt die Entscheidung bei einem Richter des Bundesgerichtshofes. Zudem werden Online-Durchsuchungen nicht auf weitere Sicherheitsbehörden wie den Verfassungsschutz ausgeweitet. Bislang hat das BKA nach Angaben eines Behördensprechers noch gar keine Online-Durchsuchungen durchgeführt. Das BKA-Gesetz, das diese Maßnahmen ermöglicht, war Anfang 2009 in Kraft getreten.

    Bei der Vorratsdatenspeicherung solle die Nutzung der Daten zunächst auf schwere Gefahrensituationen beschränkt werden, sagte Schäuble. Nach den Worten der FDP-Verhandlungsführerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die von einer "Aussetzung der Vorratsdatenspeicherung" sprach, geht es bei den Ausnahmen um aktuelle Gefahren für Leib und Leben. Dies ist auch das Modell der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung in Bayern. Zu diesem Thema steht noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus. Bei der Vorratsdatenspeicherung werden Daten von Telefon- und Internetverbindungen sechs Monate lang gespeichert - ein konkreter Verdacht ist dazu nicht nötig.

    Zudem verständigten sich die Unterhändler darauf, dass die Höchst- Jugendstrafe bei Mord von 10 auf 15 Jahre erhöht wird. Auch soll es künftig einen sogenannten Warnschussarrest geben. Er kann neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe angeordnet werden und bis zu vier Wochen betragen. Für die Strafverfolgung von Bundeswehr-Soldaten im Auslandseinsatz sollen künftig die Staatsanwaltschaft Potsdam und die dortigen Gerichte zuständig sein. Potsdam ist der Sitz des Einsatzführungskommandos, das die Einsätze der Bundeswehr im Ausland steuert.

    Leutheusser-Schnarrenberger sagte, somit sei man in wichtigen Bereichen zu "guten Einigungen" gekommen. Schäuble erklärte, der Arbeitsgemeinschaft sei wichtig gewesen, in allen Punkten selbst zu Lösungen zu kommen und ungeklärte Fragen nicht der großen Verhandlungsrunden zwischen Union und FDP an diesem Wochenende zu überlassen. Bei den nun erzielten Einigungen handelt es sich um Empfehlungen für die große Verhandlungsgruppe.

  3. #3
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    Re: Koalition stärkt Datenschutz und Bürgerrechte

    Piratenpartei vermisst im Online-Streit "Gesetzesrücknahme"

    Nachdem Unterhändler von CDU/CSU und FPD die geplanten Internetsperren ausgesetzt haben, läuft die Piratenpartei gegen den ausgehandelten Kompromiss Sturm. Wie die Partei am Freitag mitteilte, vermisse sie das Wort "Gesetzesrücknahme" und forderte den Rücktritt der als zukünftigen Justizministerin gehandelten FDP-Politikerin Leutheuser-Schnarrenberger.

    "Einschränkung, Evaluierung, Aufschub. Hier vermissen wir das Wort Gesetzesrücknahme" kommentiert Florian Bischof, Mitglied des Berliner Landesvorstands, den Ausgang der Koalitionsverhandlungen. Am Donnerstag erklärten die Unterhändler der Kolaitionsarbeitsgruppe Sicherheit/Justiz von CDU/CSU und FDP, sich in allen Sicherheitsthemen einig zu sein. Bei den Internetsperren gegen Kinderpornografie einigten sich die Verhandlungspartner nun darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, die auffälligen Seiten löschen zu lassen statt zu sperren. Für heimliche Online-Durchsuchungen von Computern muss künftig der Generalbundesanwalt einen Antrag stellen.

    Doch nicht nur in der Sache, auch auf persönlicher Ebene übten die Piraten harsche Kritik. ""Die FDP steuert hier schon ganz im roten Fahrwasser. All diese Gesetze greifen noch viel tiefer in die Grundrechte ein als das 1994 von der FDP mitbeschlossene Gesetz zum Großen Lauschangriff. Konsequenterweise müsste Frau Leutheuser-Schnarrenberger zurücktreten, noch bevor sie überhaupt im Amt ist.", so das Berliner Landesvorstandsmitglied Florian Bischof.

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    Datenschutzpanne bei "Alice"

    Deutschland ist um eine Datenpanne reicher: Diesmal hat es den Telekommunikationsanbieter Hansenet mit seiner DSL-Marke "Alice" erwischt.

    Nach einem Bericht des Hörfunksenders NDR-Info am Dienstag erhielt ein Hamburger Kunde mehr als einhundert E-Mails, die zum Teil hochsensible und sehr persönliche Daten von "Alice"-Kunden enthielten - darunter befanden sich den Angaben zufolge die komplette Bankverbindung mit Kontonummer und die genaue Adresse.

    Auslöser der Panne war, dass sich der 48-jährige das E-Mail-Postfach alice@alice.de registrieren könnte. Darüber wickelt "Alice" Verträge mit Vertriebspartner ab. Diese hätten immer dann die E-Mail-Adresse als Platzhalter in das Anmeldeformular eingetragen, wenn ein Neukunde von Alice keine E-Mail-Adresse angegeben habe, hieß es.

    "Wir werden dem Sachverhalt nachgehen, um aufzuklären, was dahintersteckt", sagte ein Sprecher des Bundesdatenschutz-Beauftragten Peter Schaar dem vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) getragenen Radiosender. Für die Sicherheit persönlicher Daten sei nicht der Kunde verantwortlich, sondern das Unternehmen.

    Die Mail-Adresse alice@alice.de wurde inzwischen gesperrt. Hansenet bestätigte am Dienstag die Panne. Man habe den Versand der Daten gestoppt und werde "zeitnah" die betroffenen Kunden informieren.

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    Handelsblatt: Kostenlose Wlan-Netze entlang der Autobahnen

    Entlang der Bundesautobahnen könnte es demnächst schnelle Internet-Zugänge auf Basis der WLAN-Technologie geben. Das berichten das Handelsblatt und der Telekommunikationsdienst "Teltarif". So planen Informatiker der Universität Rostock auf einem 50 Kilometer langen Teilstück in Mecklenburg-Vorpommern einen Betriebsversuch. Das Projekt werde von Bund und Land unterstützt und soll vor allem die Sicherheit der Reisenden verbessern, hieß es. Konkret geplant ist, dass die Verkehrszentralen über die drahtlose Netzanbindung Informationen über Anzahl und Geschwindigkeit der Fahrzeuge erhalten. Später sei es denkbar, dass ein Notarzt an einem Unfallort via Internet Informationen mit Spezialisten austauschen kann.

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    BKA warnt vor Trojanern beim Online-Banking

    Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor Computer-Trojanern, die Daten für das Online-Banking und von Kreditkarten ausspionieren. Die schädliche Software niste sich meist beim Besuch einer infizierten Webseite auf dem Computer ein, teilten das BKA und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 28. Juli mit.

    Werde die Anmeldeseite für ein Kreditkarten- oder Bankportal aufgerufen, aktiviere sich die Software, erklärten die Behörden. Auf der korrekten Webseite für das Online-Banking würden dann manipulierte Inhalte angezeigt. Der Nutzer werde aufgefordert, Daten seiner Kreditkarte oder mehrere Transaktionsnummern (TAN) einzugeben, wie sie beispielsweise für Überweisungen genutzt werden. Diese Informationen würden dann an die Täter weitergeleitet.

    Die beiden Bundesbehörden waren nach einem Hinweis auf den Trojaner aufmerksam geworden, der in anderen Varianten bereits seit Jahren aktiv sei. Bisher kann nicht gesagt werden, welcher Schaden dadurch entstanden ist. BKA und BSI empfehlen, bei Verdacht auf Manipulation niemals die geforderten Daten einzugeben und Kontakt zur eigenen Bank aufzunehmen. Auf jedem Computer sollten außerdem ein aktuelles Virenschutzprogramm und eine Firewall installiert sein.

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    Internet-Nutzer geben wenig auf Sicherheit

    Auch Internet-Nutzer, die sich für fit im Umgang mit dem Netz halten, geben wenig auf Sicherheit: So schätzt sich zwar die Mehrheit der deutschen Surfer (64 Prozent) als kompetent im Umgang mit dem Internet ein. Aber nicht einmal jeder Zweite von ihnen (49 Prozent) schützt Rechner und Browser mit speziellen Sicherheits-Programmen oder -Erweiterungen über den üblichen Virenschutz hinaus, zum Beispiel gegen Phishing. Zu diesen Ergebnissen ist die Studienreihe Life in einer repräsentativen Befragung zum Europäischen Datenschutztag gekommen.

    Insbesondere mobile Surfer kümmern sich noch wenig um Sicherheit. Nur 25 Prozent haben einen Virenschutz auf ihrem
    Smartphone installiert, gerade einmal 18 Prozent eine Firewall. Auf ihrem PC haben dagegen neun von zehn Surfern (93 Prozent) Virenschutzprogramme aufgespielt, acht von zehn (81 Prozent) nutzen dort auch eine Firewall. Und das nicht ohne Grund: Fast jeder Zweite (48 Prozent) hatte schon einmal einen Virus, Trojaner oder Wurm auf dem Rechner. Nahezu jeder Zehnte (acht Prozent) ist schon einmal beim Online-Einkauf betrogen worden, fünf Prozent waren schon einmal Opfer einer Phishing-Attacke, drei Prozent haben schon einmal durch Online-Betrug Geld verloren. Befragt wurden 1.604 deutsche Internetnutzer. Finanziert wird die Studienreihe von der Telekom.

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    Bundesregierung verstärkt Abwehr von Bedrohungen aus dem Netz

    Computersysteme in Deutschland werden täglich angegriffen. Zur Abwehr hat das Bundeskabinett eine „Cyber-Sicherheitsstrategie“ beschlossen. Kern ist die Bildung eines „Nationalen Cyber-Abwehrzentrums“ zum 1. April.

    Besorgt über zunehmende Bedrohungen aus dem Internet hat die Bundesregierung am 23. Februar ein umfassendes Konzept zum Schutz von Computernetzen und kritischen Versorgungssystemen beschlossen. Im Zentrum steht die Gründung eines „Nationalen Cyber-Abwehrzentrums“, das im Fall eines Angriffs aus dem Netz die Situation analysieren und den zuständigen Behörden Empfehlungen geben soll. Außerdem wird für die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft ein „Nationaler Cyber-Sicherheitsrat“

    „Das Internet ist inzwischen eine kritische Infrastruktur geworden“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Vorstellung der „Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland“. „Wenn sie ausfällt, wird es kritisch für das Land. Es ist wie bei Strom und Wasser – wir sind darauf angewiesen, dass das Internet funktioniert.“ Das Netz müsse verfügbar sein, frei sein und sicher sein, betonte der Minister.

    Nahezu täglich registrierten die Behörden „Angriffe, bei denen wir vermuten, dass sie von ausländischen Staaten ausgehen.“ Die Cyber-Strategie bestehe aus einem öffentlichen und einem nichtöffentlichen Teil, erklärte de Maizière. Nötig sei eine internationale Abstimmung der Bemühungen um Cyber-Sicherheit. Es gebe dazu bereits Kontakte mit der Europäischen Union. Ein geeignetes Forum sei außerdem die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7).

    Das Cyber-Abwehrzentrum soll zum 1. April seine Arbeit aufnehmen. Geleitet wird es von der IT-Beauftragten der Bundesregierung, Cornelia Rogall-Grothe. „Wir alle brauchen das Netz wie die Luft zum Atmen“, sagte Rogall-Grothe. Deswegen seien besondere Maßnahmen erforderlich, um die IT-Systeme vor Cyber-Angriffen zu schützen. Die Federführung für das Abwehrzentrum liegt beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Direkt beteiligt sind außerdem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Außerdem wirken das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BPOL), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr sowie die jeweils zuständigen Ministerien mit.

    Ein „Nationaler Cyber-Sicherheitsrat“ soll daneben die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft verbessern. Vertreten sind das Bundeskanzleramt sowie das Auswärtige Amt, das Innenministerium sowie die Ministerien für Verteidigung, Wirtschaft, Justiz und Finanzen sowie die Länder. Wirtschaftsvertreter sollen als assoziierte Mitglieder dabei sein. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle teilte mit, dass in seinem Ministerium eine Taskforce zur IT-Sicherheit zum 29. März ihre Arbeit aufnehmen werde.

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    Bundestag macht Weg für sicheren E-Mail-Verkehr frei

    Mit der Abstimmung über das De-Mail-Gesetz hat der Deutsche Bundestag den Weg für die Einführung des rechtsverbindlichen E-Mail-Verkehrs frei gemacht. „Gegenüber der bisherigen E-Mail bedeutet De-Mail einen Quantensprung in puncto Sicherheit“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „De-Mail macht Deutschland weltweit zum Vorreiter beim sicheren und verbindlichen E-Mail-Verkehr.“ Nach zweiter und dritter Lesung erhielt die Vorlage der Bundesregierung am späten Donnerstagabend eine Mehrheit mit den Stimmen der Koalition. Das Gesetz wird wahrscheinlich schon in den kommenden Wochen in Kraft treten. Dieser neue Dienst bietet ein zuverlässiges Verfahren für die elektronische Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und Behörden. Er ermöglicht unter anderem eine beweiskräftige Versand- und Zustellbestätigung. Diese elektronische Form des Einschreibens ist zum Beispiel bei Terminsachen hilfreich. So können viele Briefsendungen oder persönliche Besuche im Amt künftig durch E-Mails ersetzt werden.

    „Die De-Mail wird auch E-Government ein großes Stück nach vorne bringen“, sagte Scheer weiter. Allein durch wegfallende Porto-, Druck- und Verpackungskosten können nach Berechnungen des Bundesinnenministeriums pro Jahr im öffentlichen und privaten Bereich Kosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro vermieden werden. „Die De-Mail spart Zeit und Geld. Die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden, Wirtschaft und öffentlicher Hand aber auch zwischen Unternehmen und Bürgern kann durch die De-Mail verbessert werden“, so Scheer.

    De-Mail darf nur von Providern betrieben werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und akkreditiert wurden. Außerdem überprüft das BSI immer wieder die Sicherheit der eingesetzten Produkte sowie die Zuverlässigkeit der Organisation und der Prozesse bei den Providern.

    De-Mail sieht zum einen eine standardmäßige Transportverschlüsselung und darüber hinaus eine zusätzliche Ende-zu Ende-Verschlüsselung als Option vor. Aus Sicht des BITKOM wäre es nicht sinnvoll, das extrem hohe Sicherheitsniveau der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwangsweise einzusetzen, denn in den meisten Fällen reicht die Transportverschlüsselung aus. Für besonders vertrauliche Mailkorrespondenz kann dann zusätzlich eine Software zur hochsicheren Ende-zu Ende-Verschlüsselung eingesetzt werden. Scheer: „Für die meisten Mails wäre eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überdimensioniert.“ Heute werden lediglich fünf Prozent der Mails verschlüsselt versendet.

    Beim De-Mail-Verfahren werden die Nachrichten aus technischen Gründen auf einem hochsicheren Server innerhalb des Bruchteils einer Sekunde ent- und wieder verschlüsselt. Dieses Verfahren wurde vom BSI geprüft und auf Basis höchster internationaler Sicherheitsstandards bestätigt. Sicherheitsbedenken weist BITKOM deshalb zurück. Umgekehrt erhöht De-Mail die Sicherheit von Mails schon dadurch, dass bei einer De-Mail der Absender eindeutig identifiziert werden kann. Da sich der Inhaber eines De-Mail-Kontos bei der Eröffnung mit dem neuen Personalausweis oder über das PostIdent-Verfahren ausweisen muss, kann der Versender einer De-Mail eindeutig festgestellt werden. Das Spam-Aufkommen lässt sich durch die eindeutige Identifizierung des Versenders wirksam eindämmen und gerade die besonders gefährlichen Phishing- und Trojaner-Attacken, die auf die Anonymität der E-Mail setzen, werden durch De-Mail deutlich erschwert.

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    IT-Sicherheit wird zur Dienstleistung

    IT- und Internet-Sicherheit werden immer häufiger als Service aus dem Netz bezogen. Schon jeder dritte User setzt ein Sicherheitspaket seines Internet- Dienstleisters ein. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BITKOM ergeben. Die Service-Provider bieten solche Dienste an, je nach Produkt gegen einen kleinen Aufpreis.

    „Privatverbraucher wie Unternehmen nutzen vermehrt Sicherheitsangebote aus der Cloud, der Trend geht zu Security-as-a-Service“, sagte Prof. Dieter Kempf vom BITKOM-Präsidium heute anlässlich der Hightechmesse CeBIT. IT-Anbieter integrieren zudem Sicherheit-Features direkt in bestehende Produkte: Bei neuen Betriebssystemen werden Virenschutz und Firewall den Käufern kostenlos mit angeboten. Das nimmt jeder dritte Kunde an. Insgesamt nutzen fast drei Viertel aller Internet-Nutzer ein Virenschutzprogramm und über 70 Prozent eine Firewall, die den Datenverkehr eines Rechners mit der Außenwelt auf Sicherheitsprobleme hin kontrolliert. Jeder Fünfte surft hingegen ohne Virenschutzprogramm und Firewall. „Cloud-Services machen bislang selten genutzte Sicherheitstechnologien wie Datenverschlüsselung massenmarkttauglich“, sagte Kempf. Derzeit verschlüsselt nur jeder siebte Privatanwender seine Daten.

    Laut BITKOM tun auch viele Unternehmen noch immer zu wenig für ihre IT-Sicherheit. Nach einer KPMG-Studie verzeichnete über die Hälfte aller Unternehmen, die 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalität wurden, Schäden durch ITK-Kriminalität. 2006 lag der Wert noch bei 23 Prozent. „Wenn Unternehmen nicht in eigene Sicherheitstechnik und entsprechendes Personal investieren wollen, sollten sie maßgeschneiderte Services von einem Dienstleister über das Web hinzuziehen“, sagte Kempf. Diese Dienste schützen beispielsweise das Netzwerk eines Unternehmens, indem sie rund um die Uhr den Datenverkehr nach innen und außen prüfen. Im Notfall können Sicherheitsspezialisten jederzeit eingreifen.

    Privatnutzer sind von Internet-Kriminalität stärker betroffen als Unternehmen: Über 70 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre nutzen das Web, mehr als jeder zweite von ihnen (54 Prozent) hat bereits Erfahrungen mit kriminellen Vorfällen im Netz gesammelt. Bei fast 40 Prozent war der Rechner mit Viren befallen. Jeder Achte (6 Millionen) ist bei Einkäufen, Verkäufen und Auktionen im Web von ihrem Geschäftspartner betrogen worden. Jeder sechste User (8 Millionen) gab an, dass persönliche Daten ausgespäht wurden.

    Häufigstes Angriffsziel sind derzeit die Zugangsdaten für Internet-Shops und Communitys. Im vergangenen Jahr waren rund 30 Millionen Deutsche ab 14 Jahren Mitglied in mindestens einer Internet-Gemeinschaft. Laut aktuellen Zahlen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden in Deutschland pro Jahr über eine Million Online-Identitäten gestohlen. „Wer die digitale Identität eines Nutzers stiehlt, kann in fremden Namen und auf fremde Rechnung online einkaufen oder Gegenstände ersteigern und damit einen direkten finanziellen Schaden erzeugen“, sagte Kempf.

    Entsprechend vorsichtig sind viele Menschen und verzichten aus Sicherheitsgründen auf Online-Transaktionen. Fast 40 Prozent senden vertrauliche Informationen und Dokumente per Post statt per Mail. Gut jeder Vierte (28 Prozent) verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Online-Banking, jeder achte (13 Prozent) auf Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken. Jeder Sechste (16 Prozent) nimmt grundsätzlich keine Online-Transaktionen vor.

    Nach Einschätzung des BITKOM werden zukünftig insbesondere Smartphones verstärkt Ziel von Angriffen. Laut Umfrage geht mittlerweile fast jeder vierte Internet-Nutzer unterwegs per Laptop oder Tablet-PC ins Netz, jeder fünfte per Mobiltelefon. Nach einer Studie der Deutschen Telekom hat aber nur jeder vierte Smartphone-Besitzer einen Virenschutz und knapp jeder fünfte eine Firewall aufgespielt. Die Internet-Kriminellen haben bereits reagiert: Laut einer aktuellen Studie von McAfee ist die Zahl von neuen Schadprogrammen für mobile Geräte 2010 um fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahr gestiegen. „Tablet-PCs und Smartphones werden ähnlichen Bedrohungen im Netz ausgesetzt wie stationäre Rechner“, sagte Kempf.

    Die Bundesregierung hat auf die gestiegenen Bedrohungen im Netz reagiert und vergangene Woche ihre Cyber-Sicherheitsstrategie vorgestellt. IT-Systeme und kritische Infrastrukturen sollen künftig besser geschützt werden. „Wir begrüßen sehr, dass sich die Bundesregierung des Kampfs gegen Cyberkriminalität so stark annimmt“, sagte Kempf. Vorbildlich sei insbesondere die enge Zusammenarbeit der betroffenen Ministerien. Kempf forderte eine umfassende Einbindung der Wirtschaft: „Rund drei Viertel der Kritischen Infrastrukturen sind in privater Hand. Infrastrukturen lassen sich nur in enger Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft wirksam schützen.“

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