Nachdem der Mobilfunkkonzern Vodafone seinen Einstieg ins Internet-Fernsehen vollzogen hat, reagiert nun die Deutsche Telekom ihrerseits mit einem neuen Satelliten-TV-Angebot, das auch die hochauflösenden Sender der verbraucherunfreundich "HD+"Plattform von SES Astra umfasst.

Mit "Entertain Sat" werden in Zukunft Haushalte versorgt, die über eine DSL-Anbinung von 3 Mit/s und einen Satellitenspiegel verfügen. Sowohl alle frei empfangbaren TV- und Radiosender über Astra als auch die verschlüsselten Kanäle wie RTL-HD, Sat.1-HD, ProSieben-HD oder Kabel1-HD sind an Bord. Eine hybride Settop-Box bietet neben einer 500 GByte großen Festplatte, die sich nur eingeschränkt fürs TimeShifting und Archivierung hochauflösender Privatsender eigne dürfte, auch Video-on-Demand und Elektronischen Programmführer mit. Ebenso inbegriffen sind eine Internet- und Telefon-Flatrate.

Zum Startzeitpunkt und zu den Kosten wollten sich weder Telekom noch SES Astra in einer Mitteilung am Montag äußern. Der Satellitenanbieter verweist auf rund 16 Millionen Haushalte in Deutschland, die ihre Spiegel auf die beliebte Position 19,2 Grad Ost ausgerichtet haben.

Für die Telekom ist die Kooperation wichtig, um neue Kunden zu erreichen. Theoretisch kann das Unternehmen mit seinem bisherigen IPTV-Angebot "Entertain" rund 20 Millionen Menschen technisch erreichen. Etwa 1,6 Millionen haben bereits ein Abonnement abgeschlossen. Vor allem mit den Kabelnetzanbietern konkurriert der Rosa Riese. SES Astra wiederum könnte die Reichweite der schwächelnden "HD+"-Plattform weiter ausbauen. Wieviele Kunden die Programme per Smartcard tatsächlich nutzen, ist noch immer unklar, weil der Anbieter keine konkreten Zahlen nennt.

Auch Vodafone strahlt die HD- und SD-Sender des Münchner Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 und dem Kölner Rivalen RTL aus, später soll auch der Pay-Sender Sky dazukommen. Das Bouquet nennt sich "Vodafone TV", führt erstmals IPTV mit Kabel- und Satellitenfernsehen auf einer Oberfläche zusammen, in der Basisversion werden rund 50 Programme aufgeschaltet. Hinzu kommen vier kostenpflichtige Themenpakete von Pay-TV-Sendern.

Zusammen mit einem 16 MBit schnellen Internetanschluss und DSL-Flatrate kostet das TV-Basispaket 40 Euro monatlich. Für andere DSL-Pakete wird der Zugang zum TV-Angebot für zusätzlich zehn Euro im Monat bereitgestellt. Die Nutzung der Settop-Box ist jeweils mit enthalten.