Das mobile Handy-Fernsehen kämpfte in der Vergangenheit vor allem in Europa mit massiven Akzeptanzproblemen - Kostengründe und winzige Displays ließen bislang keinen Massenmarkt zu und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
Jetzt hat auch der niederländische Telekommunikationskonzern KPN die teuren Faxen dicke und stellt seinen Service laut Mitteilung am Mittwoch zum 1. Juni ein.

Das "MobielTV" getaufte Angebot basierte auf dem DVB-H-Standard. Dabei werden Live-Signale digital terrestrisch verbreitet, ähnlich wie über DVB-T. Mit einem speziellen Smartphone lassen sich die ausgestrahlten Programme empfangen.

"MobielTV" DVB-war in den Niederlanden im Jahr 2008 gestartet, seither wurden nur drei magere Mobiltelefone dafür angeboten: Das Nokia N96, das Samsung P960 und das LG KB620. Weitere Modelle erschienen nicht.

Zehn Kanäle plus zwei kostenpflichtige Premium-Programme lassen sich damit in den verbliebenen zwei Monaten noch empfangen. Etwa 40.000 Nutzer unterschrieben zu Beginn einen Vertrag bei KPN und guckten danach im Schnitt neun Minuten Live-TV am Tag. Auf etwa 20.000 Abonnenten sackte die Anzahl bis dato ab - zu wenig, um den Dienst noch wirtschaftlich betreiben zu können. Die verbliebenen Kunden werden nun per Brief über das Aus informiert.

Die frei werdenden DVB-H-Frequenzkapazitäten will KPN dazu nutzen, die hauseigene DVB-T-Plattform "Digitenne" auszubauen. Der Konzern hält weiter daran fest, On-Demand-Inhalte über mobiles Breitband anzubieten, wenn auch auf anderem Weg.