Der Lobbyverband Motion Picture Association of America (MPAA) klagt gegen den in Nordamerika an den Start gegangenen Streaming-Dienst Zediva.

Wie die MPAA am Montagabend (Ortszeit) mitteilte (PDF), wird wegen einer vermeintlichen Urheberrechtsverletzung Schadenersatz vor einem Gericht in Los Angeles gefordert, außerdem soll der Dienst vom Netz gehen. Nach Angaben von US-Medien fordert die Organisation 150.000 US-Dollar pro Spielfilm. Die MPAA wollte in ihrer Mitteilung dazu keine Angaben machen.

Zediva glaubt sich mit einem Trick vor juristischen Angriffen geschützt: Der Dienst stellt die Streifen nicht etwa auf einem Server elektronisch zum Abruf bereit, sondern hält nach eigenen Angaben für jeden angemeldeten Kunden einen DVD-Player bereit, der von einer Software fernbedient wird und seine Inhalte dann über das Internet weiterreicht. Sind alle Player belegt, kann kein Spielfilm mehr ausgeliehen werden.

Zediva wirbt auf seiner Homepage unter anderem mit der Aussage, der Kundschaft Filme vor den Branchenriesen Netflix und den Videotheken-Automaten von Redbox anzubieten. Zu den Streifen gehören unter anderem "Black Swan" und "The Tourist".

Aktuell nimmt der Anbieter keine neuen Kunden an, es gibt eine Warteliste - unklar, ob dies mit den technischen Gegebenheiten oder der Klage der MPAA zusammenhängt. Zediva wird von WTV-Systems betrieben, Gründer und Vorstandschef der DVD-Video-Bibliothel ist Venkatesh Srinivasan.