Ein schweizweites Bündnis von Jugendverbänden hat eine Großkampagne gegen den Kabelnetzbetreiber Cablecom. Es will erreichen, dass der Kabelnetzbetreiber den neuen Schweizer Jugendsender Joiz nicht nur digital, sondern auch über das Analognetz verbreitet. Das berichtet die "Sonntagszeitung". Cablecom wurde vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) dazu verpflichtet, hat aber Rekurs eingelegt. Diesen begründete der Netzbetreiber unter anderem damit, dass er den TV-Sender Bayern 3 aus dem Programm kippen müsste. Obwohl Joiz seit Ende März auf Sendung ist, können über 1 Million Schweizer den Sender bis jetzt nicht empfangen.

Für Matthias Fiechter von der Dachorganisation der Schweizer Jugendverbände (SAJV) sei das laut "Sonntagszeitung" unhaltbar: "Jetzt gibt es endlich ein Angebot für die Jugend, und Cablecom wehrt sich mit fadenscheinigen Gründen dagegen." Mit der Kampagne "MyMY Cablecom" will man nun Druck ausüben. Das Bündnis vertritt über eine halbe Million Jugendliche in der ganzen Schweiz.

Joiz-CEO Alexander Mazzara begrüßt das Engagement: "Anscheinend liegen der Cablecom deutsche Rentner mehr am Herzen als die Schweizer Jugend." Man habe zwar das Gespräch mit den Verantwortlichen von Cablecom gesucht, diese blieben aber bis heute stur.

Cablecom selbst versteht den Protest der Verbände nicht. Wie Mediensprecher Michael Loss gegenüber der Sonntagszeitung verlauten ließ, sei der Sender über das digitale Grundangebot wie auch über Streaming-Anbieter im Internet empfangbar.