Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat am Freitag Details zu seiner HDTV-Aufschaltung über Satellit ab dem 1. Mai 2012 bekannt gegeben. Extrakosten in Form einer "Fernsehmaut" werde es nicht geben, betonte Intendant Lutz Marmor.

"Mit der frei empfangbaren Ausstrahlung des NDR-Fernsehens in hochauflösender Qualität kommen wir einem häufig geäußerten Wunsch nach", so Marmor. Derzeit verfügten die Haushalte in der Bundesrepublik bereits über mehr als 31 Millionen HDTV-taugliche Fernsehgeräte und rund dreieinhalb Millionen HDTV-Digitalreceiver.

"NDR-Fernsehen in HD via Satellit ist eine zukunftsweisende Entscheidung - sowohl aus Sender- wie aus Konsumentensicht. Mit der geplanten Verbreitung seines Programms in HD-Qualität trägt der NDR der schnellen Marktentwicklung auf diesem Sektor Rechnung", erklärte Volker Müller, Vorsitzender des NDR-Rundfunkrats.

In HD frei empfangbar sind gegenwärtig die Programme Das Erste, ZDF und ARTE. Anfang April hatte die ARD mitgeteilt, dass bald die Dritten Programme des Bayerischen Rundfunks (BR), des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Norddeutschen Rundfunks (NDR) und Südwestrundfunks (SWR) dazu kommen. Los geht es am 1. Mai 2012.

Alle hochauflösenden Kanäle werden unverschlüsselt und ohne technische Restriktionen über alle Zugangswege verbreitet - mit Ausnahme von DVB-T, dort fehlen die Frequenzkapazitäten. Mit Ende der analogen Ausstrahlung am 30. April 2012 werden Transponder-Kapazitäten über Satellit frei. Bereits im Februar verlängerte die ARD eine Vereinbarung mit Betreiber SES Astra.

Die langfristige Vereinbarung sieht die Belegung von insgesamt fünf Transpondern auf der in Deutschland beliebten Position Astra 19,2° Ost vor. Darauf sind fast alle Sat-Spiegel ausgerichtet.Die neuen Kapazitäten werden in zwei Schritten genutzt. Zunächst sind ab Mai 2012 drei Transponder im Einsatz, diese werden ab Januar 2014 dann um zwei weitere Transponder erweitert - mit dann weiteren öffentlich-rechtlichen Programmen. Voraussichtlich kommt dann auch das ZDF mit Phoenix-HD zum Zug.