Das Schweizer Fernsehen will ab der Saison 2012/13 die Fußball-Berichterstattung massiv ausbauen. Das kündigte SRG/SRF-Sportchef Urs Leutert in der Zeitung "Der Sonntag" an.

Statt wie bisher zehn Live-Spiele pro Saison soll in jeder Runde das Top-Spiel direkt ausgestrahlt werden, "erstklassig produziert, auf Länderspiel-Standard, und in allen drei Landessprachen ausführlich begleitet, mit Studios im jeweiligen Stadion", sagte Leutert. Dies sei ein "klares Bekenntnis" zum Schweizer Fußball.

Als flankierende Maßnahme soll die Super League auch in den täglichen Sportsendungen der SRG-Fernsehen, -Radio und Online-Portale ein wichtiges Thema sein. Auch ein Fußball-Magazin am Sonntagabend sei denkbar.

Ob die Planspiele umgesetzt werden können, bleibt aber abzuwarten: Denn dafür muss noch eine Vereinbarung zwischen der SRG und dem Verband Swiss Football League zustande kommen. Der öffentlich-rechtliche Anbieter hält die Free-TV-Rechte und darf aktuell nur zehn der 180 Spiele exklusiv live ausstrahlen. Für sechs der zehn Partien besteht das Erstwahlrecht.

Der Bezahlsender Teleclub, der zum Telekommunikationskonzern Swisscom gehört, hat die Pay-TV-Rechte für die Super League gekauft und überträgt 170 der 180 Partien live.

Leutert erwartet von der Liga bis Ende des Monat einen "Grundsatzentscheid", ob die SRG ins Spiel kommen kann. "Wir hoffen, dass dieses umfassende programmliche Angebot mit den 36 Live-Spielen die Super League und ihre Klubs überzeugt. Andernfalls müssten wir künftig auf Direktübertragungen verzichten. Das bisherige Modell ist für uns keine Alternative mehr", erklärte der SRG/SRF-Sportchef in "Der Sonntag". Zahlen nannte er nicht, klar ist aber, dass das Engagement der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe die Zuschauer mehr Geld als bislang kosten wird.