Die 3D-Technik wird nach Einschätzung des Karlsruher Kunstprofessors Ludger Pfanz spätestens in zehn Jahren die Filmbranche dominieren - und damit einhergehend soll es auch einen Durchbruch für entsprechende Fernseher geben.

"Mit der Digitalisierung können 3D-Filme jetzt endlich "ohne Augenbluten" angeschaut werden", sagte Pfanz am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa zum Abschluss des 3D-Festivals "Beyond", das er erstmals in Karlsruhe organisiert hat.

"Außerdem erwarte ich einen weiteren Aufbruch durch die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in London, die wohl auch in 3D gefilmt werden."

Pfanz, der an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe lehrt, geht davon aus, dass die technische Entwicklung schnell voranschreiten wird. "In drei Jahren wird in einem Viertel der Haushalte ein 3D-tauglicher Fernseher stehen; in zehn Jahren ist wahrscheinlich auch keine Brille mehr nötig." Die Technik werde sich auf ähnliche Weise durchsetzen wie das Farbfernsehen gegenüber seinem Schwarz-Weiß-Vorgänger. "Am Anfang wird nur ein Teil des Programms in 3D sein, später wird dann selbstverständlich auch die Tagesschau in dieser Technik übertragen."

Neben den Technikern sieht Pfanz auch die Künstler gefordert, denen ein ähnlicher Umbruch bevorstehe wie bei der Umstellung von Stumm- auf Tonfilm. "Im Moment sind Autoren, Regisseure, Schauspieler und Kameraleute noch zu sehr in ihrer zweidimensionalen Routine gefangen. 3D fordert aber zu Teilen eine ganz andere Erzählstruktur und Leinwandpräsenz."

Die Möglichkeiten, den Raum zu bespielen und ihm eine eigene Bedeutung zu geben, würden kaum genutzt. "Auch schnelle Schnitte sind in 3D furchtbar." Die Akteure müssten sich in 3D-Filmen andere Bewegungen angewöhnen.

Pfanz hat in Karlsruhe eine europäische Filmhochschule gegründet, in der Studenten die 3D-Technik lernen sollen. "Die Nachfrage nach 3D-Fachleuten ist enorm. Im Moment gibt es nur eine Handvoll, und die sind auf Jahre ausgebucht."