Noch während der juristischen Auseinandersetzung zwischen TimeWarner-Cable und Viacom wird nun auch der Kabelnetzer Cablevision wegen seiner Streaming-App fürs Apple iPad von dem US-Medienkonzern verklagt.

Nach Angaben der "New York Times" und der Nachrichtenagentur Reuters wurde ein entsprechender Schriftsatz am Donnerstag (Ortszeit) vor einem Gericht in Manhattan eingereicht. Mit der Einstweiligen Verfügung soll Cablevision gezwungen werden, die App nicht mehr anzubieten, mit der sich TV-Programme in Haus oder Wohnung per WLAN auf dem Tablet-PC empfangen lassen. Zwei Millionen US-Dollar Schadenersatz verlangt der Medienriese für jede vermeintliche Urheberrechtsverletzung inklusive Schadenersatz.

Viacom betreibt unter anderem die MTV-Sender und das Hollywood-Studio Paramount. Cablevision hatte als zweiter Anbieter eine Freigabe seiner Software im App-Store erhalten. Rund 3,5 Millionen Abonnenten versorgt der Netzbetreiber, die sollen künftig mit dem mobilen Tablet-PC Hunderte Live-TV-Programme empfangen und auch Video-on-Demand-Dienste gegen Gebühr nutzen.

Der Streit entzündet sich an der Einstufung des iPad: Die Kabelnetzer gehen davon aus, dass es sich bei dem Apple-Gerät nur um ein weiteres, wenn auch mobiles Empfangsgerät im Haushalt handelt, das von laufenden Einspeiseverträgen abgedeckt ist. So äußerte sich auch ein Sprecher von Cablevision gegenüber Reuters.

Fernsehsender und Medienkonzerne wie Viacom sehen das anders und wollen nachverhandeln. Ein größeres Problem sehen die Kanäle darin, dass die Nutzung auf dem iPad nicht vom Quotenermittler Nielsen erfasst wird, also Reichweite und damit Werbegeld verloren geht. TimeWarner-Cable war nach der Viacom-Klage in die Offensive gegangen und hatte eine negative Feststellungsklage gegen Viacom eingereicht. Derzeit ist das Verfahren ausgesetzt, der zuständige Richter forderte die Parteien auf, eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Im Fall von Cablevision soll die juristische Keule für erhöhten Druck sorgen: Man habe in den vergangenen Wochen ergebnislos mit dem Netzbetreiber verhandelt, ließ Viacom in der "New York Times" verlauten. Es seien "unproduktive" und "knappe" Debatten über eine Neulizenzierung der iPad-Rechte gewesen. Man wolle nicht mehr ewig auf eine Einigung warten, hieß es.

Quelle:satundkabel