Die nächsten Olympischen Sommerspiele, die vom 27. Juli bis 12. August 2012 in London ausgetragen werden, sollen nicht nur sportlich, sondern auch technologisch neue Maßstäbe setzen. So hat die britische Rundfunkanstalt BBC angekündigt, einzelne Bewerbe des sportlichen Großereignisses zum ersten Mal in einem neuen TV-Format mit dem vielversprechenden Namen „Super-Hi-Vision“ zu übertragen, das 16 Mal schärfere Bilder liefern soll als der aktuelle Full-HD-Standard. „Die Leute werden sich fühlen, als ob sie selbst im Stadion sitzen“, sagte der für die kommenden Olympiaübertragungen zuständige BBC-Chef Roger Mosey dem britischen „Guardian“. Um die Öffentlichkeit von der Qualität von Super-Hi-Vision zu überzeugen, werde die BBC für Public-Viewing-Events an bestimmten Standorten in Großbritannien insgesamt drei 15 Meter hohe Bildschirme aufstellen. „Die Bilder werden das Publikum umhauen“, zeigte sich Mosey überzeugt.

Die geplanten ultra-hochauflösenden Übertragungen im Rahmen der Olympiade von 2012 sind Mosey zufolge lediglich ein erster Testlauf, der es den Menschen gewissermaßen ermöglichen soll, einen Blick in die TV-Zukunft zu werfen. Für den Fernseher zuhause wird diese Technologie – die in Fachkreisen bereits als potenzieller HD-Nachfolger gehandelt wird und auch als Ultra High Definition Television (UHDTV) bekannt ist – nach Einschätzung des BBC-Experten mangels entsprechender Empfangsgeräte wohl „erst in zehn Jahren in Frage kommen“. Um die volle Pracht von Super-Hi-Vision entfalten zu können, muss ein Bildschirm nämlich Inhalte in einer Auflösung von 7.680 x 4.320 Pixeln darstellen können. „Sharp hat zwar bereits einen ersten Prototyp eines derart hochauflösenden Fernsehers mit einer Diagonale von 85 Zoll (216 Zentimeter) vorgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gerät bis zum Sommer 2012 in größerer Stückzahl zur Verfügung steht, ist allerdings sehr gering", sagte Mosey.

Für die Entwicklung und Bewerbung von Super-Hi-Vision hat sich Sharp nicht nur mit der britischen BBC, sondern auch mit der japanischen Rundfunkanstalt NHK zusammengetan. Diese plant die ersten Testsendungen der neuen Übertragungstechnologie für das Jahr 2015. Zehn Jahre später will man dann auch standardmäßig in der Auflösung senden.