Pay-TV-Anbieter wie Sky dürfen hoffen: Einer neuen Studie zufolge machte die Wirtschaftskrise dem Bezahlfernsehen weit weniger zu schaffen als befürchtet, die Abonnentenschar wuchs zuletzt kräftig weiter.

Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Idate am Donnerstag gab es im vergangenen Jahr 690,2 Millionen Abonnenten-Haushalte und damit 7,6 Prozent mehr als im Jahr davor. 490 Millionen davon bezogen ihre Bezahlprogramme übers Kabel. Dieser Empfangsweg allerdings verliert an Bedeutung. Zwar hat das Kabel noch immer 71,5 Prozent Marktanteil, im Jahr 2007 waren es der Erhebung zufolge aber noch knapp 80 Prozent.

Profitiert davon hat der Satellit, dessen Quote von 17,8 auf inzwischen 22,3 Prozent oder 154,1 Millionen Haushalte kletterte. Auch das IP-Fernsehen wuchs auf 24 Millionen Abonnenten-Wohnzimmer (plus 5,1 Prozent), macht aber insgesamt weder Kabel noch Satellit nennenswert Konkurrenz. Das gilt auch für digital-terrestrische Pay-Angebote, die inzwischen in 4,5 Millionen Haushalten angekommen sind (plus 0,6 Prozent). Vor allem in Frankreich und Italien sind Bezahlsender per DVB-T beliebt, in Deutschland ist das von RTL und Eutelsat in Baden-Württemberg und Leipzig verbreitete Paket "Viseo+" eher ein Schuss in den Ofen.

Betrachtet man die Pay-TV-Haushalte nach Region, ist der asiatisch-pazifische Raum mit 372,8 Millionen Abonnenten vorne, gefolgt von Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Naher bzw. Mittlerer Osten. Insgesamt setzten Bezahlsender nach Idate-Angaben rund 301 Milliarden Euro im vergangenen Jahr weltweit um.

Sky Deutschland ist im Gegensatz zur britischen Schwester BSkyB defizitär, verweist derzeit auf gut 2,7 Millionen Abos, 300.000 müssen noch generiert werden, um schwarze Zahlen zu schreiben. Noch ein bis zwei Jahre dürfte es dauern. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen bleibt abzuwarten, ob das Bezahlfernsehen sich auch in diesem Jahr robust genug zeigt - und weiter wächst. Die Idate-Studie wird zweimal jährlich vorgelegt.