Der Privatsender Tele5, der bei den Zuschauermarktanteilen im Konzert der größeren Sender nur eine untergeordnete Rolle spielt, strahlt einen HD-Ableger über die wegen ihrer technischen Restriktionen umstrittene "HD+"-Plattform aus.

Auf der Astra-Frequenz 12.574 Ghz, horizontale Polarisation (SR: 22.000, FEC: 2/3) war am Vorabend bereits die Kennung Tele5-HD aufgeschaltet worden, das Signal ist in Nagravision und Videoguard verschlüsselt. Bislang wurden über "HD+" elf Privatsender verbreitet, bei der Archivierung auf externe Medien und beim Time-Shifting gibt es verschiedene Einschränkungen.

Mit Tele5 wird nun der zwölfte HD-Sender über die Plattform verbreitet, abzuwarten bleibt, wie hoch der native Anteil an hochauflösenden Formaten ausfällt: In der Vergangenheit hatte es große Enttäuschung bei den rund 800.000 Kunden gegeben, weil Programme wie Sixx-HD oder Sport1-HD nur mit sporadischen HD-Übertragungen zu sehen sind. Selbst Flaggschiffsender wie RTL-HD oder ProSieben-HD zeigen lediglich einen Anteil ihres Programms im schärferen Format, der Rest wird hochskaliert. Tele5 zeigt überwiegend ältere Spielfilme und Serien.

Der Empfang der Pay-HDTV-Sender über "HD+" kostet trotz Werbeunterbrechungen 50 Euro jährlich. SES Astra führt einen nicht bekannten Anteil der Einnahmen an die beteiligten Kanäle ab. Bislang legte der Anbieter viel Wert auf die Feststellung, dass sich die Kosten trotz neu hinzugekommener Programme nicht erhöhen. In diesem Jahr konnte SES Astra vier Sender für "HD+" gewinnen.