Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat im dritten Quartal seinen Vorsteuergewinn um fast 20 Prozent steigern können. Auch beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen ein sattes Plus und verdiente zwischen Juli und September 594,5 Millionen Euro - 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Konzernvorstand verwies bei Vorlage der Zahlen am Donnerstagmorgen in Unterföhring auf die Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) übertraf den Vergleichswert des 3. Quartals 2010 um 19,5 Prozent und erreichte 163,6 Mio Euro. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling sagte, man befinde sich "auf der Zielgeraden zu einem neuen Rekordjahr".

Ebeling bezeichnete den Konzern als "Powerhouse für TV und digitale Unterhaltung". Im dritten Quartal habe man erneut einen großen Schritt nach vorne gemacht und die Umsätze in allen Segmenten steigern können. Im deutschsprachigen TV-Geschäft - der mit Deutschland, Österreich und der Schweiz größte Umsatzbringer - erzielte die ProSiebenSat.1 Group ein Umsatzwachstum von 6,6 Prozent auf 413,9 (388,2) Millionen Euro. Dabei konnten die Erlöse aus TV-Werbung in allen drei Ländern gesteigert werden.

Auch die internationalen Vermarktungserfolge des Tochterunternehmens Red Arrow, das die Produktion und Entwicklung von Programmformaten sowie deren weltweiten Vertrieb unter einem Dach bündelt, trugen zu dem positiven Ergebnis bei. Vor Steuern lag der Gewinn für die deutsche TV-Sparte bei 132,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 27,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (104,0 Millionen Euro).

Im internationalen TV-Segment trieben die skandinavischen Sender das Umsatzwachstum an. Der Segmentumsatz betrug 102,3 Millionen Euro und lag damit um 14,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Insbesondere Norwegen und Dänemark hätten mit höheren TV-Werbeeinnahmen einen signifikanten Beitrag zum Erfolg geleistet, hieß es. Auch die Distributionserlöse konnten gesteigert werden. In den osteuropäischen TV-Märkten lagen die Einnahmen aufgrund der schwachen Konjunktur unter Vorjahr. Das EBITDA fiel um 13,4 Prozent auf 15,5 (17,9) Millionen Euro.

Das Segment Diversifikation, in dem unter anderem Videowerbung, Online-Plattformen, Spiele und Radiosender gebündelt sind, verzeichnete im dritten Quartal 2011 ein Umsatzwachstum um 13,8 Prozent auf 78,3 Millionen Euro. Auch das Geschäftsmodell "Media for Revenue Share" bzw. "Media for Equity", bei dem Umsatz- oder Unternehmensbeteiligung gegen Werbezeiten auf Sendern von ProSiebenSat.1 abgegolten werden, habe sich erfolgreich entwickelt. Der Vorsteuer-Gewinn lag in diesem Segment bei 15,6 (13,7) Millionen Euro.

ProSiebenSat.1 kündigte an, sein Unternehmen künftig auf eine 4-Säulen-Strategie auszurichten. Ziel sei es, die Geschäftstätigkeit in den Bereichen "Deutschsprachiges Fernsehen", "Broadcasting International, "Neue Medien und verwandte Bereiche" und "Produktion und weltweiter Vertrieb von Inhalten" künftig konsequenter zu diversifizieren und unabhängiger vom werbefinanzierten TV-Geschäft zu werden. Insgesamt habe das Unternehmen bis 2015 ein zusätzliches Umsatzpotenzial von über 750 Millionen Euro im Vergleich zu 2010 identifiziert und will im Jahr 2015 fast die Hälfte des Umsatzes jenseits des klassischen TV-Werbemarkts Deutschland erzielen.