Der ORF will nach der im Dezember 2010 bekanntgewordenen Aushebelung seines Verschlüsselungssystems die Kosten für den notwendigen Austausch der Satelliten-Smartcards nicht komplett selbst tragen, sondern die Zuschauer dafür zur Kasse bitten.

"Ähnlich wie Bankomat- oder Kreditkarten unterliegen derartige Smartcards einem technischen Alterungsprozess und müssen alle fünf Jahre ausgetauscht werden, um Funktionsfähigkeit und Systemsicherheit zu gewährleisten" fand der ORF in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung eine kreative Erklärung, um die Kosten auf den Gebührenzahler abzuwälzen.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sagte am Mittag vor dem Publikumsrat des Senders, man habe sich "in den vergangenen Monaten bemüht, einen besonders kunden- und serviceorientierten Modus für den kostenpflichtigen Tauschvorgang der ORF DIGITAL-SAT-Karten zu erarbeiten". Mitte November soll ein entsprechender Testlauf beginnen. Der eigentliche Austausch soll sich über mehrere Jahre erstrecken und 2014 abgeschlossen sein.

Getauscht wird laut Senderangaben in mehreren Etappen, beginnend mit den ältesten Karten aus den Jahren 2003 und 2004. Die Zuschauer würden über persönliche Mailings, eine kostenfreie Service-Hotline und die ORF-Website über die notwendigen Schritte informiert. Für die Austauschkarte wird eine Gebühr von 14,90 Euro erhoben. Wer sich die Programme über Kabel, Analog-Sat oder DVB-T ins Haus holt, ist von der Umstellung nicht betroffen, betonte die Sendeanstalt.

Die Techniktochter ORS hatte Mitte Januar nach anfänglichen Dementis den Hack eingeräumt. Betroffen sind demnach alle ORF-Smartcards der Cryptoworks-Generationen 4, 5 und 6 (Kartennummern 0004294xxxxx, 0004295xxxxx und 0004296xxxxx), die zwischen 2003 und 2006 über den Elektrohandel verkauft worden sind. Die Smartcards der neueren Generation ab 2007 – etwa 1,8 Millionen Stück – sollen von der Attacke hingegen nicht betroffen sein.