Die Gehälter der ORF-Mitarbeiter steigen im kommenden Jahr nach dem Motto: Wer weniger verdient bekommt mehr dazu - und umgekehrt. 3,1 Prozent mehr Lohn gibt es ab Jänner für die weniger verdienenden ORF-Angestellten. Je nach Anwendungsklasse reduziert sich die Lohnsteigerung um 0,5 Prozentpunkte. Das Einkommen der bestverdienenden ORF-Mitarbeiter (in der Klasse 18 zusammengefasst) soll demnach nur um 1,5 Prozent steigen. Auf diesen Abschluss haben sich die ORF-Geschäftsführung und der Zentralbetriebsrat am Montag rechtzeitig vor der Sitzung des Finanzausschusses des ORF-Stiftungsrates geeinigt.

Der Gehaltsabschluss wurde ebenso wie die übrigen wirtschaftlichen Rahmenbeschlüsse - also der Finanzplan 2012, die Finanzvorschau bis 2016, Gebührenantrag sowie Maßnahmen, Indikatoren und Zielwerte 2012 - von den sogenannten Kapitalvertretern einstimmig empfohlen. Enthaltungen und Gegenstimmen gab es lediglich vonseiten der Belegschaftsvertreter. Positive Worte für die Finanzvorhaben von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fand der Vorsitzende des Finanzausschusses, Franz Medwenitsch: "Der ORF ist wirtschaftlich bis 2016 auf Kurs, wenn keine massive Finanzkrise kommt und wenn er sich nicht in ein Immobilienabenteuer stürzt", so Medwenitsch.

Das Thema Immobilien- und Standortfrage wird bei der Plenarsitzung des Stiftungsrats am Donnerstag von der zuständigen Arbeitsgruppe in einem Bericht vorgebracht, dem Vernehmen nach gibt es hier aber noch keine neuen Erkenntnisse. Der Stiftungsrat steht vielmehr unter dem Zeichen der Finanzen. Für 2012 plant die ORF-Mutter ein positives Ergebnis von 400.000 Euro. Dieses Ergebnis soll laut Empfehlung des Finanzausschusses ohne Immobilienverkäufe erreicht werden. Das heißt, die seit Jahren angedachte Veräußerung des Rosenhügel-Areals soll auch 2012 nicht über die Bühne gehen.