Ende des Jahres werden die Fußball-Fans wissen, wo sie künftig ihre Lieblingsmannschaften im TV verfolgen können.

Ende des Jahres erwarten die Branchenexperten eine Entscheidung. Dann wird die tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile die lukrativen TV-Rechte für drei weitere Jahre vergeben. Die Bundesliga hält sich derzeit noch zurück, wenn es um den Fahrplan geht. „Derzeit befinden wir uns in der Evaluierungsphase“, heißt es von-seiten der Bundesliga-Geschäftsstelle auf Nachfrage von medianet und weiter: „Ein Zeitplan kann aus taktischen Gründen nicht bekanntgegeben werden.“

Derzeit lukriert die Bundesliga pro Jahr rund 17 Mio. €. Gezahlt wird diese Summe jährlich von den beiden TV-Partnern ORF und Sky. Das aktuelle Modell sieht ein Live-Spiel pro Runde im Free-TV, also im ORF, vor, der Rest ist exklusiv im Pay-TV zu sehen.

Vor ein paar Monaten ließ sich Bundesliga-Vorstand Georg Pangl im Rahmen der „Österreichischen Medientage“ zu einer konkreten Aussage hinreißen und bestätigte den Wunsch, dieses Mal über 20 Mio. € pro Jahr kommen zu wollen. Der TV-Markt hat sich zuletzt auch in Österreich weiterentwickelt. Der ORF muss mittlerweile um die TV-Rechte kämpfen und kann sich abgesehen davon nicht mehr alles leisten. Zwei aktuelle Beispiele: Ab der Saison 2012/13 wird Puls 4 für drei Jahre jede Runde ein Spiel der UEFA Champions-League live übertragen – ein Recht, das bisher immer der ORF besaß. Schon zuvor übertrug Puls 4 die UEFA Europa League. Zweitens: ATV hat vor wenigen Wochen die TV-Rechte an den Auswärtsspielen des ÖFB-Teams im Rahmen der WM-Qualifikation 2014 erworben. Vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Mit Interesse verfolgt auch Pay-TV-Sender Sky die Entwicklungen. Sky-Österreich-Geschäftsführer Kai Mitterlechner geht mit einer klaren Ansage ins Rennen: „Wir wollen künftig auf jeden Fall mehr Exklusivität.“

Ob dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Wie viel Geld kann Sky in die Hand nehmen, um diese Exklusivität zu erreichen? Und andererseits wird vieles davon abhängen, ob die Bundesliga und ihre Klubs bereit sind, den Schritt in Richtung Pay-TV auch wirklich zu gehen. Kurzer Rückblick: Bei der letzten Vergabe der TV-Rechte vor rund drei Jahren war ein Paket mit Sky eigentlich schon ausverhandelt; die Klubvertreter bekamen dann jedoch kalte Füße, weil sie bei weniger Free-TV um die Präsenz ihrer Sponsoren fürchteten.

Apropos Sponsor – natürlich hat auch tipp3 eine Meinung dazu. tipp3-Vorstand Philip Newald legt den Fokus der kommenden Rechte-Vergabe auf das Produkt an sich: „In budgetär engen Zeiten ist es entscheidend, antizyklisch zu denken und zu arbeiten. Das ist der Zeitpunkt, wo wir alle aufgerufen sind, entscheidende qualitative Schritte vorwärts in der Qualität des Produkts Fußball zu machen. Nicht nur gute Mannschaften, sondern auch gute Produkte werden in schwierigen Zeiten entwickelt.“

Die TV-Sender haben sich jedenfalls schon in Stellung gebracht. Neben dem ORF, Puls 4 und Sky zeigen natürlich auch ATV oder laola1.tv Interesse. Ob auch Servus TV wieder ins Rennen einsteigt, ist fraglich, der Mateschitz-Sender hat vor drei Jahren nach verlorenem TV-Rechte-Rennen trotz höheren Angebots verschnupft reagiert. Nicht zu vergessen sind übrigens auch Rechte-Agenturen, die auch immer wieder in das Rennen um die TV-Rechte einsteigen.