Europas größter Fernsehkonzern RTL Group hat seinen Gewinn deutlich gesteigert. Das Jahresergebnis wuchs im vergangenen Jahr um rund 9 Prozent auf 795 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um gut 4 Prozent auf 5,765 Milliarden Euro.

Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wurde ein leicht höherer Überschuss von 1,134 (2010: 1,132) Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Mediengruppe RTL Deutschland habe dazu allein 529 Millionen Euro und damit den zweitbesten Wert ihrer Geschichte beigetragen. Das teilte der Medienkonzern mit Sitz in Luxemburg am Dienstagvormittag mit. Vor allem das niederländische Fernsehgeschäft und die Produktionstochter Fremantle ("Deutschland sucht den Superstar") hätten mehr Erlöse gebracht, hieß es.

Der europäische Fernsehmarkt habe sich dabei regional unterschiedlich präsentiert. Während mit Ausnahme von Belgien und den Niederlanden das Geschäft in Westeuropa eher stagnierte, habe sich in südlichen und östlichen Märkten eine Zurückhaltung im Werbemarkt negativ auf das Ergebnis niedergeschlagen. Zum Wachstumstreiber entwickle sich der Online-Markt mit mehr als 1,9 Milliarden europaweiten Videoabrufen auf RTL-Plattformen - ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Pay-TV-Aktivitäten in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden arbeiteten alle profitabel, hieß es.

In Frankreich habe M6 als einziger großer Sender seine Marktanteile im Jahresverlauf steigern können. Hier lag das Vorsteuerergebnis bei 249 Millionen Euro (+ 1,6 Prozent). Die Radiobeteiligungen erwirtschafteten sogar ein EBITDA-Plus von 25 Prozent auf 30 Millionen Euro. In den Niederlanden verhalfen prozentual zweistellige Zuwächse im Werbemarkt zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses um 21,8 Prozent auf 134 Millionen Euro.

Als weitere Meilensteine im abgelaufenen Geschäftsjahr nannte die Konzernführung die vollständige Übernahme von RTL Nederland durch einen Tausch seiner 73,7-prozentigen Beteiligung an Radio 538 mit 26,3 Prozent Minderheitsanteilen der Talpa Medien Holding. Zudem wurden im ungarischen Markt sieben weitere Kabelsender übernommen und die Anteile am Marktführer RTL Klub sowie der kroatischen RTL Hrvatska ebenfalls auf 100 Prozent aufgestockt. Dagegen habe man sich durch Abstoß des 70-prozentigen Anteils an der Alpha Media Group aus dem defizitären griechischen TV-Markt zurückgezogen.

Der Verwaltungsrat der RTL Group plant eine Dividende von 5,10 Euro pro Aktie vorzuschlagen. Damit würden 726 Millionen Euro in die Kassen des Haupteigentümers Bertelsmann fließen. Die Gütersloher besitzen mehr als 91 Prozent der Anteile. Der scheidende RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler nannte die Stabilisierung und den Ausbau der Marktanteile bei allen Senderfamilien, die hohe Profitabilität und die Neuordnung des internationalen Kanalportfolios als wichtigste Meilensteine des Erfolgs. Auf eine konkrete Prognose für 2012 verzichte man aufgrund volatiler Werbemärkte und immer kürzerer Buchungszyklen.

Der RTL Group mit Hauptsitz in Luxemburg gehören 45 Fernseh- und 29 Radiostationen in neun Ländern Europas. In Deutschland zählen dazu RTL, RTL2, Super RTL, N-TV und Vox.