Die deutsche ProSiebenSat.1-Gruppe baut ihr Engagement im österreichischen TV-Markt weiter aus. Dafür hat man sich den bisher eher mäßig erfolgreichen Oldie-Film-Kanal Austria 9 ausgeguckt und will diesen zu Österreichs neuem Frauensender machen, sobald die Übernahme – diese soll noch im März über die Bühne gehen – erfolgt ist. Das Programm dürfte vor allem bekannte Elemente aus Puls 4, wie etwa „Café Puls“, „Koch mit Oliver“, „Pink“ sowie Formate aus dem deutschen Schwestersender Sixx enthalten, wie etwa „Desperate Housewives“, Talkshows mit Ophra Winfrey oder frauenaffine Filme.

Der neue Sender dürfte also „eine Mischung aus etabliert österreichischen Privat-Formaten und in Deutschland erfolgreichem Frauenprogramm“ werden, wie SevenOne Media-Austria-Chef und Puls 4-Geschäftsführer Markus Breitenecker am Sonntagabend bei einer Vorab-Präsentation in Wien bekannt gab. Details über den neuen Sendernamen oder eventuelle eigenproduzierte Formate wollte Breitenecker bei der Präsentation am Sonntag noch nicht verraten.

Im April will die Gruppe bereits ein Strategie- und Programmschema präsentieren und im Mai soll der Verkauf der Werbebuchungen für das dritte Quartal 2012 *starten. Dabei könnte es ein kleines Problem geben. Immerhin wird Austria 9 derzeit vom unmittelbaren SevenOne-Konkurrenten IP vermarktet. Und dort läuft der Vertrag erst Ende 2013 aus. IP-Geschäftsführer Gerhard Riedler: „Für die Vermarktung des Senders gibt es einen langfristigen Vertrag mit der IP.“ Trotzdem wälzt man bei der SevenOne bereits konkrete Pläne für die Zukunft des Senders. Im Juni soll das Senderdesign bekannt gegeben und die Marketingkampagne gestartet werden, bevor der Sender im Juli komplett gerelauncht on air gehen soll.

Weshalb sich die ProSiebenSat.1-Gruppe für Austria 9, einen Sender, der bisher von Call-in-Shows und Heimatfilmen lebte, interessiert, liegt an dessen technischer Reichweite. „Spartensender tun sich heutzutage schwer, weil es schwierig ist, in analoge Kabelnetze hineinzukommen“, so Breitenecker. Austria 9 ist laut Breitenecker bereits in rund 80% der Haushalte eingespeist.