Der von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) verordnete Sparkurs zwingt das ZDF zu größeren Einschnitten: Etwa 100 Stellen mehr als bisher erwartet muss das Zweite streichen. Auch bei weiteren Formaten wird der Rotstift angesetzt.

Um den Sparvorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gerecht werden zu können, muss das ZDF in den kommenden Jahren ordentlich sparen. Anfang des Jahres hatte die Kommission den öffentlich-rechtlichen Sender für seine mangelnden Sparbemühungen gerügt und verlangt daher vom ZDF, seine Personalkosten für die kommenden vier Jahre um 75 Millionen Euro zu reduzieren. Voraussichtlich 300 Mitarbeiter sollten bis 2016 deswegen ihren Schreitisch räumen. Nun korrigierte das ZDF die Zahl auf bis zu 400 Stellen nach oben, wie ZDF-Sprecher Peter Gruhne am Mittwoch gegenüber "Kress" bestätigte.

Auch auf das Programm des öffentlich-rechtlichen Senders wirken sich die Sparvorgaben der KEF weiter aus. Nachdem Ende Juni bereits für den "Blickpunkt" und das "Nachtstudio" die letzte Klappe gefallen ist, setzt das Zweite nun auch die Schere beim Nachrichtenrückblick "ZDF Wochen-Journal" an. Ab Januar 2013 wird das Format nicht mehr ausgestrahlt, bestätigte der Sprecher.

Es ist wohl nicht auszuschließen, dass weitere Sendungen in Zukunft aus dem ZDF-Programm gestrichen werden. Erst im Oktober wurde das Ende von "Der Landarzt" und "Forsthaus Falkenau" bekannt, wenig später folgte "Kommissar Stolberg". Damals begründete der Sender seine Entscheidung allerdings damit, dass "zur kontinuierlichen Modernisierung eines TV-Programms auch der gelegentliche Abschied von langlaufenden Formaten" gehöre und es sonst keine Sendeplätze für Neuentwicklungen gäbe.