In seiner Plenarsitzung, unter dem Vorsitz von Brigitte Kulovits-Rupp, hat der ORF-Stiftungsrat am Donnerstag, dem 13. Dezember 2012, den Prüfbericht 2011 mit der Gebarungsprüfung desGeschäftsjahres 2011 genehmigt und Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz die Entlastung für das Geschäftsjahr 2011 erteilt. Der Finanz- und Stellenplan 2013 wurde mit großer Mehrheit genehmigt, ebenfalls das zur Erlangung der Refundierungsmittel für 2013 notwendige MIZ-Maßnahmenpaket. Die Finanzvorschau 2013 bis 2017 wurde zur Kenntnis genommen.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen, wachsender Konkurrenzdruck und weiter steigende Kosten sind die Herausforderungen für 2013. Dennoch werden wir dank eines strikten Restrukturierungskurses unsere Prämisse eines ausgeglichenen Ergebnisses erfüllen. Der ORF wird 2013 mit einem positiven EGT von 0,3 Millionen Euro abschließen, im Konzern mit 1,0 Million Euro. Ohne Verlängerung der Refundierungsregelung ist dieses Ziel allerdings nur mit weiteren, über die schon geplanten umfassenden Sparmaßnahmen hinausreichenden, schmerzhaften Einschnitten in allen Unternehmensbereichen zu erreichen!"

Wrabetz: "Mediales Ökosystem ändert sich!"
"Insgesamt stehen die Medien weltweit unter großem wirtschaftlichem Druck, auch die öffentlich-rechtlichen. Das mediale Ökosystem verändert sich", berichtete der ORF-Generaldirektor weiters: "Eine aktuelle Studie zeigt, dass der TV-Werbeaufwand relativ stabil bleiben wird und der Print-Bereich, der in Österreich den größten Anteil am Werbekuchen hat, tendenziell zurückgehen wird. Die größten Zuwächse wird es im Online-Werbeaufwand geben. Profitieren davon werden aber, wie auch am TV-Werbemarkt durch die deutschen Werbefenster, nicht der heimische Markt, sondern internationale Konzerne wie Facebook oder Google! Vor diesem Hintergrund ist die Fortsetzung des Restrukturierungskurses in konstruktiver Zusammenarbeit mit der ORF-Belegschaftsvertretung von besonders großer Bedeutung, bei der ich mich ausdrücklich für die erzielte Einigung über den Lohnabschluss bedanke!"

Marktführerschaft in Fernsehen, Radio und Online
Weiters informierte der ORF-Generaldirektor über die gute Marktanteilsentwicklung der ORF-Medien: "ORFeins und ORF2 liegen bei einem aktuellen Marktanteil von 36,1%, die Senderfamilie bei 37,2 Prozent. Durch die Einigung mit den Kabelbetreibern Salzburg AG, LIWEST und kabelplus über die analoge Einspeisung von ORF Sport plus sowie die Übernahme von ORFIII durch die RAS in Südtirol konnte die Reichweite der ORF-Spartenkanäle weiter gesteigert werden. ORF.at konnte mit 51 Millionen Visits im November seine starke Position behaupten, die TVthek erzielt schon 2,9 Millionen Visits pro Monat. Die ORF-Radios sind nach wie vor unbestrittene Marktführer. Und auch die Apps von Ö3, Ö1 und FM4 werden sehr gut genutzt. Ab Jänner werden auch für die ORF-Regionalradios Apps zur Verfügung stehen!" Weiters konnte mit der Verlängerung des Bundesligavertrags für die nächsten fünf Jahre und der Verlängerung der Zusammenarbeit mit Cornelius Meister als Chefdirigent des RSO zwei wichtige Weichenstellungen für die Zukunft gestellt werden, wie Generaldirektor Wrabetz informierte, dem der Stiftungsrat zur neuerlichen Wahl ins Board of Governors der European Broadcasting Union gratulierte.

Kaufmännischer Direktor Mag. Richard Grasl: "ORF wirtschaftlich stabil und am Markt konkurrenzfähig"
"Kostenseitige Herausforderungen sind 2013 neben den Sonderevents Ski-WM in Schladming, mit dem ORF als Host Broadcaster, und Val die Fiemme, der neue ÖSV-Skivertrag für Rennen in Österreich und die Berichterstattung über die bevorstehenden Wahlen in Bund und Ländern", so Mag. Richard Grasl: "Bei der Weiterentwicklung des Fernsehprogramms stehen mehr Mittel als 2012 zur Verfügung, vor allem um die Information in ORF eins auszubauen, eine neue zeitgeschichtliche Dokumentationsleiste zu schaffen und im hart umkämpften Samstag-Hauptabend Akzente zu setzen. Weiters sieht der Finanzplan Mittel für das technologische Top-Projekt vor, den Einstieg in das moderne Smart-TV. ORF III soll ausgebaut werden!" Der ORF plant im Geschäftsjahr 2013 einen Gesamtumsatz in Höhe von 944,6 Mio. Euro. Davon entfallen auf Programmentgelte 613,7 Mio. Euro, die Werbeerlöse werden im Finanzplan 2013 mit 207,4 Mio. Euro veranschlagt, die sonstigen Umsatzerlöse mit 123,5 Mio. Euro. Für Material, die bezogenen Leistungen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen plant der ORF 608,9 Mio. Euro. Der Personalaufwand wird 2013 mit 354,3 Mio. Euro angesetzt. Der Mitarbeiterstand des ständig im ORF beschäftigten Personals wird 3.185 VZÄ (Vollzeitäquivalente) betragen. Für das Jahr 2013 plant der ORF ein Konzern-EGT in der Höhe von 1,0 Mio. Euro.