„2012 war ein gutes Jahr für den ORF“ - so die Zusammenfassung der vorläufigen Jahresbilanz, die ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl dieser Tage an die Stiftungsräte verschickt haben. Der ORF-Konzern lag mit 4,5 Millionen Euro Gewinn (EGT) im positiven Bereich und auch die ORF-Mutter schrieb mit einem Überschuss von 1,7 Millionen Euro zum dritten Mal in Folge schwarze Zahlen. In beiden Fällen konnte der Finanzplan leicht übertroffen werden, hieß es in dem Begleitschreiben an die Stiftungsräte, das der APA vorliegt.

Diese Leistung sei „keine Selbstverständlichkeit“ gewesen, so Wrabetz und Grasl mit Blick auf die Konjunkturkrise am Werbemarkt und die harten Verhandlungen mit der Belegschaftsvertretung für ein Personalpaket, das zum Erreichen der Gebührenrefundierung notwendig war. Zu Gute kam der Geschäftsführung, dass der Netto-Rückgang der ORF-Werbung im Vorjahr mit 2,8 Prozent weniger schlimm war als befürchtet. „Ein Wert, der branchenweit beachtlich ist“, hieß es. Bei den Personalkosten sei es gelungen, durch den Abschluss des Sparpakets „nicht nur die Refundierung abzusichern, sondern es konnte sogar ein Spielraum für dringend notwendige Bewertungsmaßnahmen geschaffen werden, die den ORF in den Folgejahren entlasten werden“.

Für die kommenden Personal-Abbau-Maßnahmen (bis Ende 2016 soll der Personalstand um 250 Mitarbeiter gesenkt werden) wurde mit einer Restrukturierungsrückstellung Vorsorge getroffen und vor allem im zweiten Halbjahr konnten verstärkt Investitionen in das Programm vorgenommen werden. Diese führten laut Wrabetz und Grasl dazu, „dass der ORF erstmals seit vielen Jahren seinen Tages-Marktanteil im TV stabilisieren - ja sogar leicht ausbauen konnte“.

Die Finanzlage des ORF wird in der kommenden Woche auch eines der Hauptthemen beim Finanzausschuss des Stiftungsrates am Montag beziehungsweise bei der Plenarsitzung am Donnerstag sein. Neben dem vorläufigen Jahresabschluss 2012 geht es auch um einen Ausblick für 2014, wo dem ORF voraussichtlich 75 Millionen Euro fehlen, sollte die Gebührenrefundierung nicht doch noch fortgesetzt werden. Bis Ende Februar haben die einzelnen Hauptabteilungen im ORF Zeit, detaillierte Sparkonzepte zu erarbeiten, die den Stiftungsräten in der kommenden Woche präsentiert werden sollen. Weiters soll die aktuelle Immobilien-Strategie vorgelegt werden und über den aktuellen Stand der Bauarbeiten im ORF-Zentrum berichtet werden.