Eine breite Lobby aus dem öffentlich-rechtlichen ORF und den führenden Privatsendern verhindert nach wie vor die Einführung des Digitalradios im Standard DAB+ in Österreich: Die Medienbehörde KommAustria habe laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" ihre nächste Verordnung für Digitalradio zur Begutachtung ausgeschickt. Sie soll mit 1. Mai in Kraft treten und bis Ende April 2015 laufen. Der Entwurf sehe in diesem Zeitrahmen keine Ausschreibung von Lizenzen für digitale Hörfunkplattformen (Multiplexe) vor.

Ausnahme sei, dass ein Multiplex-Betreiber drei Viertel der Kanäle auf einer Digitalradioplattform mit Programmen füllen kann und dabei ein glaubwürdiges Finanzierungskonzept nachweise. Diese Hürde ist in der Alpenrepublik wohl kaum zu überspringen, denn neue Programmanbieter ernten Skepsis in finanzieller Hinsicht, bestehende werden jedoch aufgrund von medienkonzentrationsrechtlichen Bedenken ebenfalls nicht zugelassen. Der ORF und führende Privatradios befürchten durch eine Einführung des Digitalradios Hörerverluste aufgrund der dann größeren Konkurrenz.